Poltertraemel 289-188Ostschweizer Waldwirtschaftsverbände und die Holzindustrie einigen sich auf gemeinsame Richtpreisempfehlungen für die kommende Saison. Nachfragebedingt hat im Jahr 2016 der weltweite Handel mit Nadelschnittholz erheblich zugenommen. Holzpreise im Tirol haben Vorjahresniveau überschritten. Der Marktdurchbruch für Brettsperrholz dürfte geschafft sein. Industrieholzwerke sind weiterhin gut mit Rohstoff versorgt.

 


Internationale Holzmärkte
Im 1. Halbjahr exportieren schwedische Unternehmen 6.76 Mio. m³ Nadelsschnittholz inklusive Hobelware und damit praktisch gleich viel wie im Vorjahr.Während die Ausfuhren nach Europa um 4% auf 4.16 Mio. m³ stiegen, sanken Exporte ausserhalb Europa um 7% auf 2.6 Mio. m³.

Nachfragebedingt hat im Jahr 2016 der weltweite Handel mit Nadelschnittholz in vielen Regionen erheblich zugenommen. Die beiden mit Abstand größten Importländer sind die USA und China. Die Importe der USA dürften dieses Jahr ein Zehnjahreshoch erreichen und China wahrscheinlich einen Allzeitrekord aufstellen.
 
In den USA ist die Nachfrage nach Nadelschnittholz in diesem Jahr kontinuierlich gestiegen Allein in den ersten fünf Monaten dieses Jahres stieg der Holzverbrauch im Vergleich zum entsprechenden Vorjahrszeitraum um 14,2 %.

Die russischen Nadelschnittholz-Exporte inklusive Hobelware beliefen sich im 1. Halbjahr 2016 auf 12,6 Mio. m³. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einer Steigerung um 13 %, zeigen Daten der russischen Zollbehörde. Mehr als die Hälfte ging in diesem Zeitraum mit 6,53 Mio. m³ nach China. Die Ausfuhren stiegen dabei um 41 %. Weitere Zunahmen gab es bei den Exporten nach Japan (475.000 m³; +12 %), Estland (301.000 m³; +13 %), Deutschland (243.000 m³; +9 %) und nach Südkorea (216.000 m³; +34 %).
 
Deutschland
Seit mehr als einem Jahr zeichnet sich ein Boom beim BSP (Brettsperrholz) Sortiment ab. Anders als beim BSH (Brettschichtholz) fehlen in Mitteleuropa beim BSP grössere Verabeitungskapazitäten. Der Boom nach BSP-Holz wurde durch verschiedene Faktoren ausgelöst. Die hohe Rate der Baugenehmigungen in Deutschland, zusätzliche Erweiterungen im Schul- und Kindergartenbau und die länger nutzbaren Flüchtlingsunterkünfte sind starke Treiber für BSP. Verschiedene grössere Konzerne verlagern Ihre  Investitionen in BSP-Holzanlagen. Der Marktdurchbruch für dieses Produkt dürfte geschafft sein. Brettsperrholz besteht aus mindestens 3 und maximal 9 Schichten kreuzweise gelegten und flächig miteinander verklebten Brettern. Diese grossformatigen Massivholzplatten werden vor allem für Wand-, Decken- oder Dachelemente im modernen Holzbau eingesetzt.

Österreich
Erneut steigt im Monat August der Preis für das Leitsortiment Fichte Qualität B/C Stärkeklasse 2a-3b. Für August ergeben die Holzpreiseingaben in Nord und Osttirol eine Steigerung von 2,1 Prozent. Der Durchschnittspreis für ganz Tirol liegt somit bei 94,39 € pro fm (CHF 103.-). Das Letzte Mal, dass der Preis für das Hauptsortiment über 93 Euro lag war im April 2015. Die genaue Betrachtung jedoch zeigt, dass die Preissteigerung allein durch die Meldungen aus Osttirol entstanden ist. In Osttirol ist der Preis für das Hauptsortiment mit 2,2 Prozent stärker gestiegen und der Preis liegt mit 106,22 Euro pro fm (CHF 116.-) deutlich über dem Nordtirols.

Die Heinzel-Gruppe investiert 100 Millionen Euro in den Aus- und Umbau ihrer Papierproduktion in Laakirchen. Um wettbewerbsfähig zu bleiben stellt man eine Papiermaschine auf die Produktion von Wellpappenrohpapiere auf Altpapierbasis um.

Italien
Nach dem starken Erdbeben am 24. August 2016 in Mittelitalien diskutierte der italienische Premierminister Matteo Renzi den Wiederaufbauplan mit dem Architekten Renzo Piano (28. August). Im Mittelpunkt stand die grosse Herausforderung, den Überlebenden vor dem Winter sichere und warme Unterkünfte zur Verfügung zu stellen. Die italienischen Zeitungen „Corriere della Sera“ Zeitung und „La Stampa“ berichten, dass kleine Holzhäuser errichtet werden sollen. Diese Holz „Mini-Chalets“ sollen innerhalb von drei Monaten gebaut werden. Die Chalets aus Holz haben ein oder zwei Schlafzimmer, eine Küche und ein Bad. Sie sollen 1.400 € pro Quadratmeter kosten. Eine kleine Hütte von 40 qm würde somit etwa 55.000 € kosten, berichtet Corriere della Sera.

Schweiz
BautätigkeitDie Annahme der Zweitwohnungsinitiative 2012 hat zu einem vorübergehenden Bauboom in den be-troffenen Gemeinden geführt. Die zwangsläufige Korrektur hatte dann 2015 einen Einbruch der Bau-tätigkeit zur Folge. Anfang dieses Jahres konnte diese Abwärtsbewegung wieder gestoppt werden. Die Stabilisierung war angesichts steigender Baugesuche und Baubewilligungen absehbar. Die vo-rauslaufenden Baugesuche deuten nun auf eine Konsolidierung der Bautätigkeit auf einem allerdings beachtlichen Niveau hin. Wichtigster Impulsgeber der weiterhin starken Angebotsausweitung bleibt die hohe Dynamik im Mietwohnungsbau. Der zinsbedingte Anlagenotstand zusammen mit der anhaltend robusten Nachfrage nach Mietwohnungen halten Investitionen ins Mietwohnungssegment weiterhin vergleichsweise hoch. Dies wird durch die Detailzahlen zu den Baubewilligungen bestätigt. Der Trend bei bewilligten Eigentumsobjekten (EHF und STWE) zeigt unverändert leicht nach unten. Mit rund 8'500 bewilligten EFH wurde 2015 sogar ein neuer Tiefststand erreicht. Hingegen zeigten die Bewilligungen für Mietwohnungen Anfang 2016 weiter nach oben. Mehrfamilienhäuser (MFH) sowie Wohneinheiten, welche entweder zum Verkauf oder zur Vermietung geplant werden - erreichten im letzten Jahr mit rund 34'000 Wohneinheiten einen Anteil von rund 68% am Total der Baubewilligungen im Vergleich zu 51% im Jahre 2010. Aggregiert über alle Segmente liegt die anhand der vorliegenden Baubewilligungen absehbare Angebotsausweitung derzeit aufs Jahr gerechnet bei leicht über 50'000 Wohneinheiten. Das entspricht in etwa dem hohen Niveau wie vor Annahme der Zweitwohnungsinitiative 2012.

Schweizer Holzmarkt Kommission (HMK) Medienmitteilung vom 07.09.2016

Weiterhin getrennte Preisempfehlungen, vorsichtige Mengenplanung
Die Vertreter der Waldwirtschaft und der Holzindustrie trafen sich am 05.09.2016 im Rahmen der Schweizerischen Holzmarktkommission (HMK) zur Beurteilung des Rundholzmarktes. Die in weiten Teilen des Landes noch immer herrschende rege Bautätigkeit sorgt für eine gute Auftragslage der Sägereien mit entsprechender Nachfrage nach allen Stammholzsortimenten. Industrieholzsortimente konnten nur eingeschränkt geliefert werden.
Die tiefen Rundholzpreise und die währungsbedingt schwieriger gewordenen Exporte veranlassten die Waldbesitzer im letzten Winter zu kleineren Erntemengen. Die einheimischen Verarbeiter wurden dennoch ausreichend mit Rundholz beliefert. Dank nur geringen Zwangsnutzungen blieben Angebot und Nachfrage im Inland ausgeglichen. Mit dem Beginn der neuen Einschlagsaison hat nun der Bedarf an frischem Rundholz wieder eingesetzt. Wichtig ist jedoch, dass nur Holz eingeschlagen wird, für das der Absatz gesichert und die Lieferbedingungen vereinbart sind.
Erfreulicherweise gelang es der Branche, die Marktanteile zu halten und die Nachfrage nach Schweizer Holz auszubauen. Die verstärkten gemeinsamen Anstrengungen für den Einsatz von mehr Schweizer Holz haben sich bewährt, zeigen Erfolge und sollen fortgesetzt werden. Die Verarbeiter stehen jedoch nach wie vor unter hohem ausländischem Konkurrenzdruck, der kaum Spielraum für Preiserhöhungen zulässt.
In zähen Verhandlungen erreichten die Parteien zwar eine Annäherung in den Preisvorstellungen. Für eine gemeinsame Preisempfehlung lagen die Vorstellungen dennoch zu weit auseinander, so dass schliesslich für weiterhin getrennte Empfehlungen entschieden wurde.
Frisches Holz ist gefragt, insbesondere gute Qualitäten. In normalen Holzschlägen fallen aber immer auch mindere Qualitäten an. Deshalb ist darauf zu achten, dass ein befriedigender Durchschnittserlös erzielt wird. Die einheimischen Verarbeiter sollten, wenn immer möglich, bedarfsgerecht beliefert werden. Die Holzmarktkommission (HMK) trifft sich wieder am 25. Januar 2017.

Forststatistik 2015
Gemäss dem Bundesamt für Statistik, wurden in der Schweiz 2015 rund 7% weniger Holz geerntet als im Vorjahr. Bei einer Holzernte von 4,6 Millionen Festmetern betrug die Abnahme rund 350’000 fm Holz. Am stärksten von der Abnahme betroffen ist das mengen- und ertragsmässig wichtigste Sortiment, das Stammholz mit 2‘313‘000 fm (-264‘000 fm, bzw. -10%). Auch beim Industrieholz mit 488‘000 fm (-7%) und beim Energieholz mit 1‘734‘000 fm (-4%) wurde weniger geerntet. Die Sägereien hingegen verarbeiteten 2015 mit rund 1.82 Millionen Festmeter lediglich 2.5% weniger Holz. Das Holz aus den Schweizer Wäldern wurde durch eine deutliche Abnahme der Exporte von Rohholz primär im Inland vermarktet.

Ostschweiz
Die regionalen Sägewerke verfügen über eine gute Auftragslage und  profitieren teils von den langen Lieferfristen der Ausländischen Grosswerke. Mit einer schnellen und flexiblen Produktion können die kleineren Werke im Nischenmarkt schnell reagieren. Die Vorräte auf den Rundholzlagern sind klein und der Bedarf an Frischholz nimmt zu. Die gemeinsamen Richtpreisempfehlungen der Ostschweizer Waldeigentümer und der Holzindustrie Ost zeigen eine funktionierende Holzkette, welche auch in schwierigen Zeiten eng miteinander zusammenarbeitet. Auch die Firma Lehmann Holzwerk AG in Gossau, als grösster Abnehmer von Nadelrundholz in der Ostschweiz,  trägt diese gemeinsame Emp-fehlung mit und hat ihre Rundholzpreise geringfügig angepasst.

Sägewerke, welche die gemeinsamen Empfehlungen nicht mittragen, sollen aus Sicht der Waldeigen-tümer nicht beliefert werden. Sie untergraben die Bemühungen der gesamten Wald- und Holzwirtschaft und machen deren Bestrebungen für einen fairen Holzpreis und die vermehrte Verwendung von Schweizer Holz zu Nichte.

Medienmitteilung der Holzmarktkommission der Ostschweiz  vom 15.09.2016

Gemeinsame Richtpreisempfehlung für Nadelrundholz Saison 16/17
Preise Kommission OST16Erstmals seit der Aufhebung der Eurountergrenze haben sich die Holzmarktpartner der Ostschweiz wieder auf eine gemeinsame Richtpreisempfehlung geeinigt. Die Empfehlungen bringen den Ost-schweizer Waldeigentümern im Durchschnitt über alle Sortimente einen Mehrerlös von 2 bis 3 Franken pro Kubikmeter und gelten bis in den Frühling 2017.

Die Bautätigkeit in der Schweiz sorgt für eine gute Auftragslage der Sägereien. Erfreulicherweise gelang es den Ostschweizer Sägern, die Marktanteile zu halten und die Nachfrage nach Schweizer Holz auszubauen. Die Verarbeiter stehen jedoch nach wie vor unter dem Druck von Importschnitt-waren, was den Spielraum für Preiserhöhungen begrenzt. Der bisher sehr geringe Anfall von Käfer-holz führte dazu, dass Angebot und Nachfrage im Inland ausgeglichen waren und frisches Holz wieder gefragt ist. Die Ostschweizer Holzmarktkommission trifft sich wieder am 26. Januar 2017.


Die Holzmarktkommission der Ostschweiz empfiehlt:

- Holz nur aufrüsten, wenn Abnehmer, gewünschte Sortimente, Menge und Preis bekannt sind.

- Die Holzindustrie braucht das Rundholz rasch. Forstbetriebe und Waldeigentümer sollen einen  Grossteil der Holznutzungen bis Ende 2016 ausführen und die jetzt noch tragfähigen, trockenen Waldböden für Holzerntearbeiten zu nutzen.


Laubholz
Der Laubholzmarkt wird sich in Bezug auf Preise und Mengen wie in der letzten Saison abspielen. Frühe Lieferungen von September bis Dezember sind erwünscht. Die Esche ist allgemein gesucht, aber ein Überangebot in Folge der europaweiten Eschenwelke vorhanden. Holzarten wie Ahorn, Kirsche, Pappel etc. in C-Qualitäten sind nach wie vor schlecht absetzbar. Der Buchenmarkt ist weiterhin unbefriedigend. Die Hauptmengen gehen in den asiatischen Raum und benötigen spezielle Längen.

Industrieholz
Die Industrieholzwerke sind gut mit Rohstoff versorgt. Bei Kronospan laufen die Übernahmen etwas gedrosselt, aber kontinuierlich.  Beim einzigen Schleifholzwerk, der Perlen Papier, sind Schleifholzliefe-rungen nur bedingt möglich. Über die Sommermonate werden die Nasslagermengen reduziert und eine normale Anlieferung von frisch geschlagenem Schleifholz wird voraussichtlich erst wieder im Oktober möglich sein. Die Export Industrieholz Sortimente laufen ohne Kontingentierung und eine laufende Ab-fuhr ist gewährleistet. Die Nachfrage nach Brenn- und Energieholzsortimenten ist bereits wieder am Aufleben.

Dringende Empfehlung

 

Empfehlungen

Laubholz frühzeitig bereitstellen und Längen nach Angaben des Käufers aushalten.

Frischholzschläge  nur beginnen, wenn die Preise und rasche Übernahme gesichert sind.

Industrieholz unbedingt sauber sortieren nach 1. und 2. Klasse (Schleifholz/Plattenholz).

 

Kontakt

Tel:      071 375 60 90
Fax:     071 375 60 99
e-Mail: info@holzmarkt-ostschweiz.ch

 

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