kaeferholz2Japan steigert seine Schnittholzimporte. Im Verlaufe der kommenden Wochen ist mit dem Ausflug der ersten Generation des Buchdruckers zu rechnen. Erste Preissteigerungen von 8-10 € /m3 bei Brettschichtholzproduzenten umgesetzt.  Pfeifer Holz erwirbt Produktionsstätten im tschechischen  Chanovice. Schweizer Markt, Stabilität auf tiefem Niveau, Marktanteile weitgehend verteidigt.

 

Internationale Holzmärkte
Japan hat in den ersten vier Monaten über 2 Millionen m3 Schnittholz importiert. Dies ist eine Zunahme von +7%. Während Kanada seine Lieferungen um 7% reduzierte, konnten europäische Exportnationen zulegen. Die grössten europäischen Lieferanten waren Finnland mit +37%, gefolgt von Schweden mit +10%. Österreich verdoppelte seine Lieferungen auf 130‘000 m3 +57%.

Die mitteleuropäischen Brettschichtholzproduzenten blicken auf einen, seit Monaten, zufriedenstellenden  Mengenabsatz zurück. Es konnten nun auch erste Preissteigerungen von 8-10 € /  m3 erreicht werden. Weit aus schwieriger gestaltet sich der Markt beim Sägerestholz und der Verpackungsware. Die Preise konnten sich noch nicht erholen und liegen teilweise unter dem Vorjahresniveau. Seit dem 6. Juni wird der Fastenmonat Ramadan gefeiert. Traditionell ruht zu dieser Zeit das Geschäft in den Levantestaaten. Auch der Monat Juli mit den alljährlichen Sommerferien und der Monat August mit der Ferragosta in Italien sind schwierige Monate.

Deutschland
Nach Einschätzung der Bayerischen Landesanstalt für Wald- und Forstwirtschaft (LWF) ist in unteren und mittleren Lagen im Verlauf der kommenden zwei Wochen mit dem Ausflug der ersten Generation des Buchdruckers zu rechnen. Bei einem sommerlichen Witterungsverlauf erwartet die LWF den Hauptschwärmflug in der Kalenderwoche 27. Der Kreis Starnberg, westlich von München meldet eine Gefährdungsstufe mit akutem Befall, alle weiteren Kreise melden eine geringere Warnstufe. Das betroffene Hauptschadengebiet liegt zwischen München und Rosenheim. Die Bayerische Landesanstalt für Wald- und Forstwirtschaft führt eine Borkenkäfermonitoring durch. Dieses kann auf der Webseite http://www.fovgis.bayern.de/borki/ verfolgt werden.

Bei Klenk Holz in Baruth wird seit 9. Juni gestreikt. Es beteiligten sich nur knapp ein Drittel der Beschäftigten am Streik. Seit gut zwei Wochen ist der Streik wieder ausgesetzt.

Österreich
Im Monat Mai ist der Preis für das Hauptsortiment Fichte Güteklasse B/C - Stärkeklasse 2a-3b (87,48 €/fm, CHF 94.50 -1,8%) im Vergleich zum Vormonat leicht gesunken. Dieser Preisrückgang ist in diesem Jahr der Erste, nach dem stabilen wenn auch vergleichsweise geringen Preisanstiegen seit  Januar dieses Jahres. Während in Osttirol der Holzpreis wieder Werte um die einhundert Euro erreicht, ist er in Nordtirol noch deutlich unter neunzig Euro geblieben. Den deutlichsten Preisrückgang für diesen Monat gab es bei der Qualität Fichte CX, (61,57 €/fm, CHF 66.50, -5,3%). Hier betrug der Preisrückgang über fünf Prozent.

Die Firma Pfeifer Holz erwirbt von der Haas Group die Produktionsstätten im tschechischen  Chanovice. Mit dem Kauf erweitert Pfeifer Holz seine Produktepalette. Darunter gehören bis zu 8m lange Mehrschicht-Massivholzplatten. Am Standort Chanovice wird Schnittholz, Brettschichtholz, Duo- Triobalken, Konstruktionsvollholz sowie Massivholzplatten einschichtig oder mehrschichtig produziert. Die am Standort ansässige Fertighausproduktion bleibt weiterhin im Besitz der Haas Group.

Österreich importierte im 1. Quartal 1.09 Mio. fm Nadelrundholz. Die Einfuhren nahmen um 4% zu. Die Mehrmengen kamen aus Kroatien, Slowenien und Tschechien, wobei letztere eine Zunahme aufgrund erhöhter Schadholzmengen +15% zurückzuführen ist. Rückgänge bei den Lieferungen gab es aus der Slowakei -36% und der Schweiz -35%. Das Schweizer Rundholz ist aufgrund der Währungsrelation EUR zu CHF zu teuer.

Italien
Der Holzabsatz nach Italien ist weiterhin für viele Schweizer Lieferanten ein wichtiger Absatzkanal. Die gelieferten Mengen liegen aber immer noch weit unter früheren Jahren. Dennoch ist eine leichte Erholung spürbar. Scheinbar hat sich auch die Zahlungsmoral der italienischen Holzindustrie verbessert. Ob mit der Eröffnung des NEAT-Tunnels auch die Holztransporte auf der Schiene wieder zu-nehmen steht in den Sternen. Tatsächlich wird heute der grösste Teil des Holzes per LKW transportiert.

Schweiz
Der Schweizer Markt (SPI®) beendete die Beobachtungsperiode März/April mit einem leichten Plus von 2 %, wobei einem schwachen März eine starke Erholung im April folgte, die durch vielfältige Faktoren ausgelöst wurde. Die Erkenntnis, dass Zinserhöhungen in den USA weiter in die Zukunft verschoben wurden, leicht bessere Makroindikatoren aus den USA, der Eurozone und China ein Abflauen der Rezessionsängste und eine Erholung der Rohwarenpreise, insbesondere bei Erdöl.

Währungsentwicklung CHF/EUR/USD1
Vehement setzt sich die SNB gegen eine Aufwertung des Frankens ein, um mit einer möglichst schwachen Schweizer Währung die exportorientierte Wirtschaft zu stärken. Immer wieder interveniert sie daher am Devisenmarkt. EZB-Chef Draghi unterstützte unwillkürlich diese Bestrebungen, nachdem die EZB ihren Leitzins im Rahmen des April Zinsentscheides auf dem Rekordtief von 0 % belassen hatte. Die Gemeinschaftswährung legte daraufhin auf bis zu 1.10 Franken zu – der höchste Stand seit mehr als einem Monat. Wie Ende April bekannt wurde, hat sich das Wirtschaftsklima in der Eurozone im April stärker aufgehellt als erwartet. Volkswirte hatten einen Wert von 103.4 Punkten prognostiziert, erreicht wurden jedoch 103.9 Punkte. Insbesondere das Dienstleistungsklima hat sich mit 12.0 gegenüber der Schätzung von 10.0 deutlich aufgehellt. Wegen vergleichsweise guten konjunkturellen Vorankommens der Eurozone entschied die EZB, geldpolitische Massnahmen vorerst nicht auszuweiten. So festigte der Euro seine bereits starke Position gegenüber dem US-Dollar.

Gemäss dem Bundesamt für Statistik wurde in der  Schweiz im Jahr 2015 1.82 Mio. fm Rundholz ein geschnitten. Dies sind 2% weniger als 2014.  Davon entfielen 1.71 Mio. fm auf das Nadelholz und 111‘000 fm auf das Laubholz. In den Vorkrisenjahren 2007 lag die Einschnittmenge noch bei 2.5 Mio. fm. Das in der Schweiz produzierte Schnittholz kann den heutigen Inland bedarf bei weitem nicht mehr decken. Die benötigten Mehrmengen werden aus dem angrenzenden Ausland importiert.

Pressemitteilung der HMK Schweizer Holzmarkt Kommission vom 17.06.2016

Stabilität auf tiefem Niveau, Marktanteile weitgehend verteidigt
Nach der Aufhebung des Mindestkurses EUR – CHF sorgte Sturm „Niklas“ in den Nachbarländern Deutschland und Österreich für ein Überangebot an Rohholz und somit weiteren Druck auf die Preise von Rohholz und Holzprodukte wie Bretter, Balken und Holzwerkstoffe. Als Folge davon verstärkte sich der ausländische Konkurrenzdruck weiter, so dass trotz dem etwas besseren Währungsverhältnis kein Raum für Preiserhöhungen gegeben ist.

Aufgrund der unverändert schwierigen Marktlage einigte sich die HMK auf Beibehaltung der Preisempfehlungen von Januar 2016.

Die schweizerischen Sägewerke konnten mit hohen Vorräten an Nadelstammholz in die Wintersaison starten. Überschussmengen wurden inzwischen abgebaut. In vielen Regionen wurde während des Winters weniger Holz eingeschlagen als in den Vorjahren. Die einheimischen Verarbeiter wurden dennoch ausreichend beliefert. Das tiefere Angebot ging hauptsächlich zu Lasten der Exporte.

In einigen Regionen ist durch die rückläufige Bautätigkeit im Wohnungsbau auch das Absatzvolumen für Holzprodukte kleiner geworden. Die Verarbeiter setzen jedoch weiterhin und oft erfolgreich alles daran, ihre Marktanteile zu halten oder auszubauen und sind daher auf eine ausreichende kontinuierliche Belieferung mit frischem Stammholz angewiesen.

Insgesamt ist es, dank den gemeinsamen Anstrengungen von Waldwirtschaft und Holzindustrie, gelungen, die Marktanteile von Schweizer Holz zu halten. Die 2015 massiv verstärkte gemeinsame Kommunikations-Offensive für das Herkunftszeichen Schweizer Holz und für Holzerzeugnisse aus der Schweizer Wertschöpfungskette hat sich bewährt und wird auch 2016/2017 intensiv weiter geführt. Zu den in Abklärung befindlichen Highlights zählt ein Grossevent mit Signalwirkung: Nationale Tage des Schweizer Holzes im Herbst 2017. Die Wald- und Holzwirtschaft will bei gemeinsamen politischen Anliegen den Schulterschluss verstärken, um gegenüber Politik und Verwaltung mit einer Stimme zu sprechen.

Frisches Holz ist weiterhin gefragt, insbesondere gute Qualitäten. Wenn immer möglich sollten die einheimischen Verarbeiter bedarfsgerecht beliefert werden. Die Holzmarktkommission (HMK) trifft sich wieder am 5. September 2016.


Ostschweiz

Medienmitteilung Holzmarktkommission Ostschweiz vom 20. Juni 2016

Stabile Preissituation im Rundholzmarkt
Die Marktpartner der Ostschweiz trafen sich am 20. Juni 2016 in Winterthur zur Beurteilung der aktuellen Holzmarktsituation und einem Ausblick auf den Markt im Herbst.
Der nasse Frühling und Frühsommer haben dazu geführt, dass bislang weniger Käferholz angefallen ist, als erwartet wurde. Setzt sich dieser Trend fort, ist die Holzindustrie nach den Sommerferien wieder aufnahmefähig und auf Frischholz Lieferungen angewiesen, um die Nachfrage nach hochwertigen Schweizer Holz Produkten zu befriedigen.

Die Holzmarktkommission der Ostschweiz empfiehlt:
Den Preisrahmen für den Rundholzhandel bilden nach wie vor die unabhängigen Richtpreisempfehlungen der Waldwirtschaftsverbände der Ostschweiz sowie von Holzindustrie Schweiz, Regionalverband Ost vom September 2015.

Für Waldeigentümer lohnt es sich, Käferholz rasch aufzurüsten und sauber auszusortieren. Rundholz ohne Verfärbungen kann, separat gelagert, als Qualität B oder C klassiert werden. Käferholz ohne Rinde und mit deutlichen Verfärbungen wird als D klassiert.

Die Holzmarktkommission trifft sich wieder am 12. September 2016 und wird dann für das vierte Quartal 2016 eine Empfehlung für einen Preisrahmen für Rundholz in Franken bekanntgeben.

Die Versorgungslage der inländischen Sägewerke ist zurzeit normal. Durch die nasse Witterung sind die gefürchteten Käferholzmengen ausgeblieben. Die Waldböden sind gut mit Feuchtigkeit versorgt und können auch kommenden Hitzetagen trotzen.  Wir gehen davon aus, dass die grossen Käferholzschäden ausbleiben werden und sich nach den Sommerferien die ersten Engpässe bei Frischholz zeigen werden. Der Bedarf an Frischholz wird ab Mitte August von den meisten Sägewerken als gross eingeschätzt.
Der Forstdienst plant nun bereits Holzschläge, damit bei fehlenden Schadholzmengen der Bedarf der Holzindustrie gedeckt werden kann. Für die erfolgreiche Aktivierung der Frischholzmengen ist aber eine Erhöhung der Rundholzpreise zwingend notwendig.  Für künftige Frischholzbestellungen, ohne vertragliche Bindung, empfehlen die kantonalen Waldwirtschaftsverbände sich an die einseitigen Preisempfehlungen der Ostschweizer Waldwirtschaftsverbände Stand September 2015 zu orientieren. Fichte Trämel Qualität B, Stkl. 3a-4b Fr. 107.- und Fichte Trämel Qualität C, Stkl. 3a-4b Fr. 86. Für die Tanne wird ein Abschlag von 10% zum Fichtenpreis empfohlen.

Industrieholz
Die Industrieholzwerke sind gut mit Rohstoff versorgt. Bei Kronospan laufen die Übernahmen etwas gedrosselt, aber kontinuierlich.  Beim einzigen Schleifholzwerk, der Perlen Papier, sind Schleifholzlieferungen nur bedingt möglich. Über die Sommermonate werden die Nasslagermengen reduziert und eine normale Anlieferung von frisch geschlagenem Schleifholz wird voraussichtlich erst wieder im Oktober möglich sein. Die Export Industrieholz Sortimente laufen ohne Kontingentierung und eine laufende Abfuhr ist gewährleistet.  
Die Nachfrage nach Brenn- und Energieholzsortimenten ist saisonal bedingt gering. Die meisten Heizwerke und Brennholz Verarbeiter haben ihre Einkaufsaktivität zurückgenommen.

Dringende Empfehlung

 

 

Kontakt

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e-Mail: info@holzmarkt-ostschweiz.ch

 

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