kaeferholz2Nadelschnittholzpreise sind weltweit gesunken. Pollmeier nimmt Buchensägewerk Malchow wieder in Betrieb. Die Auswirkungen des Sturmtiefes Niklas dürften sich in Bayern und Österreich bis Ende September hinziehen. Der Rundholzeinschnitt in den Sägewerken der Schweiz stieg zum ersten mal seit 2007 wieder leicht an. Die Ostschweiz setzt auf eine äusserst konsequente Zurückhaltung bei der Nutzung über die Sommermonate.



Internationale Holzmärkte
Im 1. Quartal 2015 sind die Nadelschnittholzpreise weltweit gesunken. Am stärksten gesunken sind die Preise in Nordamerika. Als Gründe werden die geringe Nachfrage aufgrund des starken Winters und die gesteigerte Schnittholzproduktion in USA und Kanada genannt, was zu einem hohen Überangebot führte. In den vergangenen 15 Monaten fiel der russische Rubel um rund 27% gegenüber dem US-Dollar. Dadurch stieg die Wettbewerbsfähigkeit von russischem Schnittholz. Weil viele Länder wie China und die arabischen Staaten ihre Schnitthölzer in der US-Währung fakturieren, verschieben sich aufgrund des Wechselkurses demzufolge auch die Warenströme.

Deutschland
Pollmeier Massivholz in Creuzburg nimmt das Buchensägewerk Malchow  in Mecklenburg wieder in Betrieb. Die Einkaufsaktivitäten wurden bereits wieder aufgenommen. Wie hoch der Einschnitt sein wird, ist noch nicht zu beziffern. Maximal kann das Sägewerk Malchow 380‘000 fm/Jahr  verarbeiten.

Österreich
Die Auswirkungen des Sturmtiefes Niklas in Bayern, die bereits in der zweiten Aprilhälfte zu stark sinkenden Preisen geführt haben, wirkten sich laut Tiroler Holzmarktbericht nun in vollem Ausmass auf den Rundholzpreis im Mai aus. Da Anfang April noch höhere Erlöse erzielt wurden während im Mai der gesamte Monat von der Preisreduktion betroffen war, sind die durchschnittlichen Preise im Mai deutlich gesunken. Auffällig ist, dass die Preise für das Hauptsortiment in Osttirol mit 96,94 €/m3 (CHF 100.-) stabil geblieben sind, in Nordtirol sind sie mit 85,73 €/m3 (CHF 89.-) stark gesunken. Diese schadholzbedingten Auswirkungen auf die Holzpreise sind aufgrund der bekannten Schadholzmengen nicht nachvollziehbar.
Der Einschnitt der österreichischen Holzindustrie sinkt seit Jahren und erreichte im 2014 noch 8.377 Mio. m3. Trotz dieser Rückgänge ist Österreich, als kleines Land immer noch der sechstgrösste Nadelschnittholz Exporteur der Welt.

Italien
Italien kommt im ersten Halbjahr 2015 nur wenig in Schwung. Die im Frühjahr erwartete Markt-belebung blieb teilweise aus. 70% der Bauten an der EXPO 2015 in Mailand wurden in Holz errich-tet. Viele haben dadurch eine Hoffnung gesehen, dass der Rundholzabsatz nach Italien zunimmt, was aber nicht stattfand. Im ersten Quartal wurden 5% mehr Nadelschnittholz aus Österreich im-portiert. Einzig beim Laubholz gibt es noch einen aufnahmefähigen Zuschnittmarkt. Nun stellen sich die Lieferanten wieder auf die alljährliche Sommerpause ein, welche bis gegen Ende August andauern wird.

Schweiz
Der Rundholzeinschnitt in den Sägewerken der Schweiz stieg zum ersten Mal seit 2007 wieder leicht an. Mit 1‘869‘852 m3 wurde zum Vorjahresvergleich +7% mehr Rundholz eingeschnitten. Diese leichte Steigerung vermag aber nicht darüber hinwegzutäuschen, dass der Einschnitt immer noch -25% unter der Einschnitt Menge von 2007 liegt. Von 2006 bis 2010 produzierte das Sägewerk in Domat Ems den Hauptteil der Mehrmengen. Unter dem Aspekt der Frankenstärke ist aber ein Zuwachs von +7% eine beachtliche Leistung, da der Importdruck von Schnittwaren weiter zugenommen hat.
Die 2014er Zahlen von Swissimpex zeigen klar auf, dass die Schweizer Waldwirtschaft stark auf den Rundholzexport angewiesen ist. Gemäss Zolltarifnummer 4403 Rohholz, wurden im 2014 688‘000 Tonnen Rundholz exportiert und 156‘000 Tonnen importiert. Also 4.5-mal mehr Rundholz wurde ex-portiert im Vergleich zum Import. Bei der Tarifnummer 4407 Schnittholz zeigt sich, dass im 2014 doppelt so viel Schnittholz importiert wurde als exportiert, 229‘000 Tonnen Import und 109‘000 Export. In der Schweiz wird mehr als genug Rundholz geerntet, um die Binnennachfrage theoretisch zu befriedigen. Die Holzindustrie kann aber nicht alles Holz verarbeiten und vermag es nicht, diverse vom Markt nachgefragten Produkte herstellen. Die Gründe dafür sind vielschichtig, fehlende Produktionskapazitäten, Holzqualitäten, unterschiedliches Lohnniveau, Frankenstärke, EU Förderungen etc. Die Schweiz verlagert so die  Wertschöpfung in den EU Raum, exportiert den eigenen Rohstoff und importiert anschliessend wieder einen Teil als Schnittholz.

Die schweizerische Holzmarktkommission HMK hat am 16. Juni erneut getagt, um die Lage nach der Frankenaufwertung zu analysieren. Signale für die neue Holzschlagsaison zu setzen, war keine leichte Aufgabe, da die Entwicklung verschiedener Markteinflüsse noch schwer einschätzbar ist. Beide Parteien setzen aber auf Stabilität auf dem zufolge Frankenaufwertung neu eingetretenen Preisniveau. Weder die Konjunktur, noch die Frankenstärke versprechen Besserung in den nächsten Monaten. Die Waldbesitzer und Säger haben sich trotz längerer Verhandlung und beidseitigen Annäherungsschritten preislich nicht ganz gefunden.
HMK-Preise15 
Importpreise fast 10% tiefer als vor einem Jahr
Der Importpreisindex, der die Entwicklung der Importpreise ohne Mehrwert- und Verbrauchssteu-ern sowie ohne Zoll zeigt, sank gegenüber dem Vormonat um 1,0% und gegenüber dem Vorjahr um 9,9%. Tiefere Preise zeigten auch hier insbesondere chemische und pharmazeutische Produk-te. Dasselbe gilt für sonstige Holzprodukte, Papier und Papierprodukte, Druckerzeugnisse, Kunst-stoffprodukte, Roheisen, Stahl, verarbeiteter Stahl, Computer, sonstige nicht wirtschaftszweigspezifische Maschinen und Maschinen für sonstige bestimmte Wirtschaftszweige. Preiserhöhungen verzeichneten dagegen vor allem Erdöl (roh) und Erdölprodukte (Treibstoff, Heizöl). Teurer wurden auch Erdgas, Gemüse und Kartoffeln, Zitrusfrüchte und Kunststoffe in Primärformen.
Die Jahresteuerung (Gesamtindex) ist seit dem SNB-Entscheid von Mitte Januar stark rückläufig, wobei der Mai-Wert jetzt das höchste Minus zeigt. In den Monaten davor lagen die Raten bei -5,2% (April), -3,4% (März), -3,6% (Februar) bzw. -2,7% (Januar). Im Jahresdurchschnitt 2014 waren die Produzentenpreise um 1,1% rückläufig gewesen.

Raiba3-15Die Erholung im Euroraum hat zum Jahresbeginn mit einem Quartalsplus von 0.4% weiter etwas an Fahrt aufgenommen, angeführt von Spanien, das die höchste Dynamik seit über 7 Jahren ver-zeichnete. Die enorme Korrektur am spanischen Immobilienmarkt läuft allmählich aus. Und mit deutlichen Beschäftigungsgewinnen bringt vor allem der private Konsum die Konjunktur wieder in Gang. Deutschland und Frankreich expandierten im Durchschnitt der letzten beiden Quartale im Rahmen ihres Wachstumspotentials. Und Italien beendete mit einem ordentlichen BIP-Anstieg eine nahezu ununterbrochene 3½-jährige Rezession.

Konsum hat Exporte als Wachstumstreiber abgelöst
Darüber hinaus haben die jüngsten Stimmungsumfragen den Erholungstrend bestätigt. Der starke Aufwärtstrend der Vormonate – unterstützt vom Rückgang der Energiepreise und der Abwertung des Euro –hat sich zwar nicht fortgesetzt. Die Bäume wachsen also nicht in den Himmel für die Euroraum Wirtschaft, nicht zuletzt weil die Exportnachfrage aus den Schwellenländern weiterhin weniger expansiv als in der Vergangenheit ausfällt. Die Aussichten bleiben jedoch gut, dass das aktuelle Erholungstempo aufrechterhalten werden kann – anders als noch vor einem Jahr.

Der Ständerat will die 40-Tonnen-Limite nicht aufweichen. Er ist nicht auf die Forderung der Holz-branche eingegangen, für Holztransporte ein Gewicht von 44 Tonnen zu erlauben. Mit 25 zu 14 Stimmen hat der Ständerat am 4. Juni 2015 eine Motion von FDP-Ständerat Hans Hess (OW) ab-gelehnt. Der Vorstoss ist damit vom Tisch. Hess argumentierte vergeblich, der starke Franken mache der Branche zu schaffen, die Waldwirtschaft und die Holzverarbeitung brauchten dringend Entlastung.

Ostschweiz
Mit der Aufhebung des Euromindestkurses sind auch die Rundholzexporte eingebrochen und mit den kurzfristigen Folgen des Sturmtiefs Niklas, annähernd zum Erliegen gekommen. Dies hat dazu geführt, dass ein Überangebot an Rund- und Industrieholz entstand. Es liegt nun an den Waldeigentümern, dieses Ungleichgewicht wieder ins Lot zu bringen. Dies geht nur über eine äusserst konsequente Zurückhaltung bei der Nutzung. Bis nach den Sommerferien sind alle Sägewerke sehr gut versorgt. Ab September dürfte die Nachfrage an frischem Rundholz wieder steigen. Sobald klare Signale und konkrete Bestellungen seitens der Sägewerke eingehen, kann die Erntetätigkeit wieder hochgefahren werden. Ab Oktober dürften die Österreichischen und deutschen Sägewerke ihre Sturmholzmengen verarbeitet haben und wieder zu normalen Frischholzpreisen einkaufen, was zu einer weiteren Nachfragebelebung führen dürfte.

Die Ostschweizer Holzmarktkommission hat am 24. Juni getagt und die Ergebnisse der schweizerischen Kommission beurteilt. Die Versorgungslage in der Ostschweiz ist sehr gut. Einige Sägewerke melden eine Bevorratung von bis zu 6 Monaten. Aufgrund der guten Versorgung und der ein-geschränkten Exportmöglichkeiten, sollte während der Sommermonate nur äusserst zurückhaltend und auf klare Bestellung genutzt werden. Die Kommission setzt auf Stabilität und ist der Meinung, dass die wenigen Frischholzmengen weiterhin zu den bestehenden Preisen gehandelt werden sollten.

Laubholz
Der Laubholzmarkt ist saisonbedingt auf wenige Brennholz- oder Industrieholzsortimente reduziert. Laubstammholz wird erst wieder ab September nachgefragt sein. Der Trend zu Laubholzanwendungen, bei Bau und Architektur haben klar zugenommen. Insgesamt ist dies aber im Vergleich zum Nadelholzbedarf immer noch homöopathische Mengen.  Die Projekte Fagus Jura „Bauen mit Buche“ und das House of Natural Resources der ETH Zürich sind gute Leuchtturmprojekte für das Bauen mit Laubholz.

Industrieholz
Die Nachfrage an allen Industrieholzsortimenten ist gering. Die Werke sind bis nach den Sommerferien mit Rohstoff eingedeckt. Die Anlieferungen sind zurzeit bei beinahe allen Werken kontingentiert. Ab September dürfte sich die Nachfrage wieder stark verbessern.
Die Nachfrage nach Brenn- und Energieholzsortimenten ist aufgrund der Jahreszeit ruhig. Viele Brennholzabnehmer konnten sich genügend mit Brennholz eindecken. Die meisten Heizwerke werden über den Sommer abgestellt und nehmen ihren Betrieb erst wieder im Herbst auf.

 

dringende empfehlung

Unbedingt  intensive  Kontrolle  der Fichtenbestände.  Befallene Käferbäume sofort fällen und vermarkten.

Äusserst konsequente Zurückhaltung bei Frischholzschlägen  über die Sommermonate.

Industrieholz unbedingt sauber sortieren nach 1. und 2. Klasse (Schleifholz/Plattenholz).




 

Nadelschnittholzpreise sind weltweit gesunken. Pollmeier nimmt Buchensägewerk Malchow wieder in Betrieb. Die Auswirkungen des Sturmtiefes Niklas dürften sich in Bayern und Österreich bis Ende September hinziehen. Der Rundholzeinschnitt in den Sägewerken der Schweiz stieg zum ersten mal seit 2007 wieder leicht an. Die Ostschweiz setzt auf eine äusserst konsequente Zurückhaltung bei der Nutzung über die Sommermonate.

 

Internationale Holzmärkte

Im 1. Quartal 2015 sind die Nadelschnittholzpreise weltweit gesunken. Am stärksten gesunken sind die Preise in Nordamerika. Als Gründe werden die geringe Nachfrage aufgrund des starken Winters und die gesteigerte Schnittholzproduktion in USA und Kanada genannt, was zu einem hohen Überangebot führte. In den vergangenen 15 Monaten fiel der russische Rubel um rund 27% gegenüber dem US-Dollar. Dadurch stieg die Wettbewerbsfähigkeit von russischem Schnittholz. Weil viele Länder wie China und die arabischen Staaten ihre Schnitthölzer in der US-Währung fakturieren, verschieben sich aufgrund des Wechselkurses demzufolge auch die Warenströme.

 

Deutschland

Pollmeier Massivholz in Creuzburg nimmt das Buchensägewerk Malchow  in Mecklenburg wieder in Betrieb. Die Einkaufsaktivitäten wurden bereits wieder aufgenommen. Wie hoch der Einschnitt sein wird, ist noch nicht zu beziffern. Maximal kann das Sägewerk Malchow 380‘000 fm/Jahr  verarbeiten.

 

Österreich

Die Auswirkungen des Sturmtiefes Niklas in Bayern, die bereits in der zweiten Aprilhälfte zu stark sinkenden Preisen geführt haben, wirkten sich laut Tiroler Holzmarktbericht nun in vollem Ausmass auf den Rundholzpreis im Mai aus. Da Anfang April noch höhere Erlöse erzielt wurden während im Mai der gesamte Monat von der Preisreduktion betroffen war, sind die durchschnittlichen Preise im Mai deutlich gesunken. Auffällig ist, dass die Preise für das Hauptsortiment in Osttirol mit 96,94 €/m3 (CHF 100.-) stabil geblieben sind, in Nordtirol sind sie mit 85,73 €/m3 (CHF 89.-) stark gesunken. Diese schadholzbedingten Auswirkungen auf die Holzpreise sind aufgrund der bekannten Schadholzmengen nicht nachvollziehbar.

Der Einschnitt der österreichischen Holzindustrie sinkt seit Jahren und erreichte im 2014 noch 8.377 Mio. m3. Trotz dieser Rückgänge ist Österreich, als kleines Land immer noch der sechstgrösste Nadelschnittholz Exporteur der Welt.

 

Italien

Italien kommt im ersten Halbjahr 2015 nur wenig in Schwung. Die im Frühjahr erwartete Marktbelebung blieb teilweise aus. 70% der Bauten an der EXPO 2015 in Mailand wurden in Holz errichtet. Viele haben dadurch eine Hoffnung gesehen, dass der Rundholzabsatz nach Italien zunimmt, was aber nicht stattfand. Im ersten Quartal wurden 5% mehr Nadelschnittholz aus Österreich importiert. Einzig beim Laubholz gibt es noch einen aufnahmefähigen Zuschnittmarkt. Nun stellen sich die Lieferanten wieder auf die alljährliche Sommerpause ein, welche bis gegen Ende August andauern wird.

 

Schweiz

Der Rundholzeinschnitt in den Sägewerken der Schweiz stieg zum ersten Mal seit 2007 wieder leicht an. Mit 1‘869‘852 m3 wurde zum Vorjahresvergleich +7% mehr Rundholz eingeschnitten. Diese leichte Steigerung vermag aber nicht darüber hinwegzutäuschen, dass der Einschnitt immer noch -25% unter der Einschnitt Menge von 2007 liegt. Von 2006 bis 2010 produzierte das Sägewerk in Domat Ems den Hauptteil der Mehrmengen. Unter dem Aspekt der Frankenstärke ist aber ein Zuwachs von +7% eine beachtliche Leistung, da der Importdruck von Schnittwaren weiter zugenommen hat.

Die 2014er Zahlen von Swissimpex zeigen klar auf, dass die Schweizer Waldwirtschaft stark auf den Rundholzexport angewiesen ist. Gemäss Zolltarifnummer 4403 Rohholz, wurden im 2014 688‘000 Tonnen Rundholz exportiert und 156‘000 Tonnen importiert. Also 4.5-mal mehr Rundholz wurde exportiert im Vergleich zum Import. Bei der Tarifnummer 4407 Schnittholz zeigt sich, dass im 2014 doppelt so viel Schnittholz importiert wurde als exportiert, 229‘000 Tonnen Import und 109‘000 Export. In der Schweiz wird mehr als genug Rundholz geerntet, um die Binnennachfrage theoretisch zu befriedigen. Die Holzindustrie kann aber nicht alles Holz verarbeiten und vermag es nicht, diverse vom Markt nachgefragten Produkte herstellen. Die Gründe dafür sind vielschichtig, fehlende Produktionskapazitäten, Holzqualitäten, unterschiedliches Lohnniveau, Frankenstärke, EU Förderungen etc. Die Schweiz verlagert so die  Wertschöpfung in den EU Raum, exportiert den eigenen Rohstoff und importiert anschliessend wieder einen Teil als Schnittholz.

 

Die schweizerische Holzmarktkommission HMK hat am 16. Juni erneut getagt, um die Lage nach der Frankenaufwertung zu analysieren. Signale für die neue Holzschlagsaison zu setzen, war keine leichte Aufgabe, da die Entwicklung verschiedener Markteinflüsse noch schwer einschätzbar ist. Beide Parteien setzen aber auf Stabilität auf dem zufolge Frankenaufwertung neu eingetretenen Preisniveau. Weder die Konjunktur, noch die Frankenstärke versprechen Besserung in den nächsten Monaten. Die Waldbesitzer und Säger haben sich trotz längerer Verhandlung und beidseitigen Annäherungsschritten preislich nicht ganz gefunden.

 

 

Importpreise fast 10% tiefer als vor einem Jahr

Der Importpreisindex, der die Entwicklung der Importpreise ohne Mehrwert- und Verbrauchssteuern sowie ohne Zoll zeigt, sank gegenüber dem Vormonat um 1,0% und gegenüber dem Vorjahr um 9,9%. Tiefere Preise zeigten auch hier insbesondere chemische und pharmazeutische Produkte. Dasselbe gilt für sonstige Holzprodukte, Papier und Papierprodukte, Druckerzeugnisse, Kunststoffprodukte, Roheisen, Stahl, verarbeiteter Stahl, Computer, sonstige nicht wirtschaftszweigspezifische Maschinen und Maschinen für sonstige bestimmte Wirtschaftszweige. Preiserhöhungen verzeichneten dagegen vor allem Erdöl (roh) und Erdölprodukte (Treibstoff, Heizöl). Teurer wurden auch Erdgas, Gemüse und Kartoffeln, Zitrusfrüchte und Kunststoffe in Primärformen.

Die Jahresteuerung (Gesamtindex) ist seit dem SNB-Entscheid von Mitte Januar stark rückläufig, wobei der Mai-Wert jetzt das höchste Minus zeigt. In den Monaten davor lagen die Raten bei -5,2% (April), -3,4% (März), -3,6% (Februar) bzw. -2,7% (Januar). Im Jahresdurchschnitt 2014 waren die Produzentenpreise um 1,1% rückläufig gewesen.

 

Die Erholung im Euroraum hat zum Jahresbeginn mit einem Quartalsplus von 0.4% weiter etwas an Fahrt aufgenommen, angeführt von Spanien, das die höchste Dynamik seit über 7 Jahren verzeichnete. Die enorme Korrektur am spanischen Immobilienmarkt läuft allmählich aus. Und mit deutlichen Beschäftigungsgewinnen bringt vor allem der private Konsum die Konjunktur wieder in Gang. Deutschland und Frankreich expandierten im Durchschnitt der letzten beiden Quartale im Rahmen ihres Wachstumspotentials. Und Italien beendete mit einem ordentlichen BIP-Anstieg eine nahezu ununterbrochene 3½-jährige Rezession.

 

Konsum hat Exporte als Wachstumstreiber abgelöst

Darüber hinaus haben die jüngsten Stimmungsumfragen den Erholungstrend bestätigt. Der starke Aufwärtstrend der Vormonate – unterstützt vom Rückgang der Energiepreise und der Abwertung des Euro –hat sich zwar nicht fortgesetzt. Die Bäume wachsen also nicht in den Himmel für die Euroraum Wirtschaft, nicht zuletzt weil die Exportnachfrage aus den Schwellenländern weiterhin weniger expansiv als in der Vergangenheit ausfällt. Die Aussichten bleiben jedoch gut, dass das aktuelle Erholungstempo aufrechterhalten werden kann – anders als noch vor einem Jahr.

 

Der Ständerat will die 40-Tonnen-Limite nicht aufweichen. Er ist nicht auf die Forderung der Holzbranche eingegangen, für Holztransporte ein Gewicht von 44 Tonnen zu erlauben. Mit 25 zu 14 Stimmen hat der Ständerat am 4. Juni 2015 eine Motion von FDP-Ständerat Hans Hess (OW) abgelehnt. Der Vorstoss ist damit vom Tisch. Hess argumentierte vergeblich, der starke Franken mache der Branche zu schaffen, die Waldwirtschaft und die Holzverarbeitung brauchten dringend Entlastung.

 

Ostschweiz

Mit der Aufhebung des Euromindestkurses sind auch die Rundholzexporte eingebrochen und mit den kurzfristigen Folgen des Sturmtiefs Niklas, annähernd zum Erliegen gekommen. Dies hat dazu geführt, dass ein Überangebot an Rund- und Industrieholz entstand. Es liegt nun an den Waldeigentümern, dieses Ungleichgewicht wieder ins Lot zu bringen. Dies geht nur über eine äusserst konsequente Zurückhaltung bei der Nutzung. Bis nach den Sommerferien sind alle Sägewerke sehr gut versorgt. Ab September dürfte die Nachfrage an frischem Rundholz wieder steigen. Sobald klare Signale und konkrete Bestellungen seitens der Sägewerke eingehen, kann die Erntetätigkeit wieder hochgefahren werden. Ab Oktober dürften die Österreichischen und deutschen Sägewerke ihre Sturmholzmengen verarbeitet haben und wieder zu normalen Frischholzpreisen einkaufen, was zu einer weiteren Nachfragebelebung führen dürfte.

 

Die Ostschweizer Holzmarktkommission hat am 24. Juni getagt und die Ergebnisse der schweizerischen Kommission beurteilt. Die Versorgungslage in der Ostschweiz ist sehr gut. Einige Sägewerke melden eine Bevorratung von bis zu 6 Monaten. Aufgrund der guten Versorgung und der eingeschränkten Exportmöglichkeiten, sollte während der Sommermonate nur äusserst zurückhaltend und auf klare Bestellung genutzt werden. Die Kommission setzt auf Stabilität und ist der Meinung, dass die wenigen Frischholzmengen weiterhin zu den bestehenden Preisen gehandelt werden sollten.

 

Laubholz

Der Laubholzmarkt ist saisonbedingt auf wenige Brennholz- oder Industrieholzsortimente reduziert. Laubstammholz wird erst wieder ab September nachgefragt sein. Der Trend zu Laubholzanwendungen, bei Bau und Architektur haben klar zugenommen. Insgesamt ist dies aber im Vergleich zum Nadelholzbedarf immer noch homöopathische Mengen.  Die Projekte Fagus Jura „Bauen mit Buche“ und das House of Natural Resources der ETH Zürich sind gute Leuchtturmprojekte für das Bauen mit Laubholz.

 

Industrieholz

Die Nachfrage an allen Industrieholzsortimenten ist gering. Die Werke sind bis nach den Sommerferien mit Rohstoff eingedeckt. Die Anlieferungen sind zurzeit bei beinahe allen Werken kontingentiert. Ab September dürfte sich die Nachfrage wieder stark verbessern.

Die Nachfrage nach Brenn- und Energieholzsortimenten ist aufgrund der Jahreszeit ruhig. Viele Brennholzabnehmer konnten sich genügend mit Brennholz eindecken. Die meisten Heizwerke werden über den Sommer abgestellt und nehmen ihren Betrieb erst wieder im Herbst auf.

 

 

 

 

Unbedingt  intensive  Kontrolle  der Fichtenbestände.  Befallene Käferbäume sofort fällen und vermarkten.

 

Äusserst konsequente Zurückhaltung bei Frischholzschlägen  über die Sommermonate.

 

Industrieholz unbedingt sauber sortieren nach 1. und 2. Klasse (Schleifholz/Plattenholz).

 

Dringende Empfehlung