289-188 windbruchholzDie Ostschweizer Wälder haben dem Sturmtief Niklas mit wenigen Ausnahmen standgehalten. Eichenrundholzexporte von Frankreich nach China steigen stark an. Pollmeier nimmt Buchensägewerks in Malchow wieder in Betrieb. Italiens Nadelschnittholzimpor-te steigen wieder an. Die Schweizer Holzmarktkommission empfiehlt weiterhin Ab-schlüsse 10% unter den vor dem 15. Januar empfohlenen Preisen.

 

Internationale Holzmärkte
Der französische Holzindustrieverband Fédération Nationale du Bois (FNB) geht für 2014 von einer Verdreifachung der Eichenrundholzexporte von Frankreich nach China aus. Nach Berechnungen des Verbands sind die Eichenrundholzexporte nach China um über 300 % auf 148’511 fm gestiegen. Wie wichtig China als Absatzland geworden ist, zeigen auch die Buchenrundholzexporte Deutschlands. So waren 2014 allein nach China rund 375’031 fm (+ 34 % gegenüber 2013) und damit mehr als in alle Länder der EU (327’745 fm) exportiert worden.

Kanadische Holzkonzerne engagieren sich aufgrund der Rundholzsituation zunehmend im Süden der USA. 2004 waren erst zwei US-Sägewerke in kanadischer Hand. Zehn Jahre später sind es bereits 35. West Fraser, Canfor und Interfor besitzen in den USA schon mehr Sägewerke als im Heimatland Kanada. Auch die Firma Klausner hat sich mit dem neuen Sägewerksstandort im Suwannee County, Florida einen Platz im Zukunftsmarkt USA gesichert.

Deutschland
Der Orkan Niklas hat im bayerischen Staatswald nur begrenzte Schäden verursacht. Während aus dem nordbayerischen Raum nur geringe Schäden an den Wäldern gemeldet werden, war der südbayerische Alpenvorraum stärker betroffen. Die von dem Forstbetrieb für die Staatswaldflächen am 3. April veröffentlichte Schätzung bestätigt damit Berichte vom vergangenen Donnerstag. Zwischenzeitlich wird von rund 1 Mio. fm Sturmholz ausgegangen. Die im Staatswald angefallenen Mengen stellen für den Holzmarkt kein Problem dar. Das Sturmholz wird im laufenden Jahreseinschlag 2015 problemlos aufgefangen. Die jährliche Nutzung der bayerischen Staatsforsten beträgt rund 5 Mio. Festmeter. Im Vergleich zu Orkan „Kyrill“, der 2007 grosse Schäden angerichtet hat, sind die Folgen von „Niklas“ weit weniger schlimm.  
Auch in den südbayerischen Privatwäldern wird zwischenzeitlich von rund 1 Mio. fm Sturmholz ausgegangen. Zwar liegen die Sturmholzmengen zumindest laut der derzeitigen Erhebungen unter den Mengen von Sturm „Kyrill“ 2007.
In Baden-Württemberg wird der Sturmholzanfall über alle Waldbesitzarten inzwischen auf rund 300’000 fm geschätzt. Die Schadensschwerpunkte liegen ähnlich wie in Bayern in den südlichen Landesteilen, unter anderem in den Landkreisen Biberach und Ravensburg.

Pollmeier hat gegenüber der Tageszeitung Nordkurier die Wiederinbetriebnahme des Buchensägewerks in Malchow bestätigt. Das Sägewerk ist auf eine Einschnittkapazität von 380’000 fm/Jahr im Dreischichtbetrieb ausgerichtet. Allerdings wurde von dem Unternehmen noch kein Zeitpunkt genannt, wann die Produktion wieder aufgenommen werden soll. Die Entscheidung in Malchow wieder zu produzieren, wird von Pollmeier mit der derzeitigen wechselkursbedingt günstigen Absatzsituation für Buchenschnittholz im Nahen Osten sowie in Nord- und Mittelamerika begründet.

Österreich
Im März zeigten sich keine besonderen Veränderungen am Tiroler Holzmarkt. Die Rundholzpreise sind stabil geblieben. Der Einschlag und die Anzahl der Preisabschlüsse liegen in einem für diese Jahreszeit üblichen Bereich. Fichten - Blochholz B/C Mischpreis Stärkeklasse 2a-3b (99,03 €/fm, -0,3%). Dies entspricht (103.- CHF/fm).Der Preis für das Hauptsortiment ist damit im März stabil geblieben. Auswertungsbasis 11‘972 fm.

Das Sturmtief Niklas verursachte nach derzeitigem Meldestand ca. 80‘000 fm Bruchholz in Tirol. Es ist geplant die Schäden im Laufe der nächsten zwei Monate aufzuarbeiten um einer Massenvermehrung des Borkenkäfers vorzubeugen. Diese Holzmenge sollte vom Markt ohne grössere Probleme aufgenommen werden können.
Die Forstbehörden des Bundeslandes Salzburg meldeten rund 160‘000fm Schadholz, wobei die Schwerpunkte im nördlichen Flachgau und Mitterpinzgau liegen. In Oberösterreich sind vor allem Einzelwürfe zu verzeichnen. Die Schadensmeldungen dürften zwischen 50‘000 bis 100‘000 fm betragen.

Italien
Italiens Sägewerke produzieren rund 850’000 m3 Schnittholz pro Jahr. Davon entfällt rund 15% (130‘000m3) auf die Region des Veltlins. Dieses Rundholz stammt hauptsächlich aus der Schweiz. Die Aufhebung des Mindestkurses durch die SNB hat hier schwerwiegende Auswirkungen. Käufer und Verkäufer sehen sich mit einer plötzlichen Preisdifferenz von rund 17% konfrontiert, welche auf den Währungszerfall des Euros zurückzuführen ist. Der grösste Teil des produzierten Schnitt-holzes ist für den Italienischen Markt bestimmt. Dies führt dazu, dass der gesamte Währungsver-lust auf dem Produkt umgesetzt werden muss. Das Vorarlberg funktioniert hier anders. Die Vor-arlberger Sägewerke kaufen einen Grossteil ihres Rundholzes in der Ostschweiz ein und verkaufen einen Teil des Schnittholzes wieder auf dem Schweizer Markt. Dadurch können Leerfahrten redu-ziert werden und sämtliche Transaktionen beim Einkauf und Verkauf basieren auf der Basis des Frankens. So entsteht kein Verlust durch unnötige Devisenverkäufe.

Die Nadelschnittholzimporte Italiens zeigen in den ersten 9 Monaten 2014 eine leichte Verbesse-rung von 1.6% (2.93 Mio. m3). Österreich bleibt hier Hauptlieferant mit 1.71 Mio. m3; +0.4%, gefolgt von Deutschland mit 302‘000m3 -8.8%. Auch Schweden (86’900m3), Ukraine (141’000m3) und Russland (84’000m3) sind wichtige Lieferanten. Die Schweiz konnte in dieser Zeit 50’900m3 Schnittholz platzieren.

Schweiz
Die Schweizer Holzmarktkommission (HMK) hat am 24. März die Lage nach der Frankenaufwer-tung erneut analysiert. Gegenüber der Sitzung vom 21. Januar hat sich der Wechselkurs etwas erholt, aber zur weiteren Markt- und Kursentwicklung gibt es viele Fragezeichen. Erste Überreak-tionen auf den Märkten sind überwunden, und die Marktpartner empfehlen weiterhin Abschlüsse 10% unter den vor dem 15. Januar empfohlenen Preisen. Im Hinblick auf den Sommer und Herbst wird die Juni-Sitzung Signale geben, weil dann zumal eine bessere Einschätzung der Lage möglich ist, und weil die Waldbesitzer Grundlagen für die Planung der neuen Holzschlagsaison brauchen.

Erholung in der Eurozone wirkt unterstützend
RAIBA 01-15Im Gegensatz zu 2011, als die Eurozone aus einer Stagnation in eine anhaltende Rezession rutschte, sind die Voraussetzungen im wichtigsten Absatzmarkt für Schweizer Exporte aktuell vor-teilhafter. Die Konjunktur in der Eurozone überraschte zuletzt positiv. Die moderate Wirtschafts-erholung dürfte im Jahresverlauf zu einer leichten Euroaufwertung führen und die Schweizer Ex-portindustrie entlasten. Insbesondere aufgrund der dynamischen Entwicklung in Deutschland rechnen wir mit positiven Nachfrageeffekten, welche die Frankenstärke teilweise kompensieren können. Der Aussenhandel wird jedoch aufgrund der ersten Jahreshälfte 2015 keinen Wachs-tumstreiber darstellen. Auch die Ausrüstungsinvestitionen dürften wegen des Währungsschocks verhalten ausfallen. Dagegen erwarten wir, dass der private Konsum erneut einen soliden Wachs-tumsbeitrag leisten wird.

Negativzins hält an
Die erwartete weitere Entspannung am Devisenmarkt sollte der Schweizerischen Nationalbank im Jahresverlauf die Gelegenheit bieten, den Ausweg aus dem Negativzinsumfeld vorzubereiten. Das Ziel für den 3-Monatslibor dürfte allerdings bis zum Jahresende im negativen Bereich verharren. Eine Einleitung der Zinsnormalisierung setzt eine Erholung am Devisenmarkt voraus.

Ostschweiz
Die Auswirkungen des Sturms Niklas sind für die Ostschweizer Wälder einigermassen glimpflich verlaufen. Trotz hohen Windgeschwindigkeiten, mit teils starken Böen, haben die Wälder dem Sturm weitgehend getrotzt. Es werden mehrheitlich Streuschäden gemeldet. Grosse, flächenartige Schäden sind bislang keine gemeldet worden. Die Holzmarkt Ostschweiz rechnet mit einer grob geschätzten  Schadholzmenge von circa  15-20’000 fm, für die Kantone St. Gallen, Thurgau, Appenzell und das Land Liechtenstein. Die aufwändige Aufarbeitung der Streuschäden wird in den Frühling hinein andauern. Teilweise dürften Laubhölzer und Nadelhölzer in schwer zugänglichen Regionen nur bedingt aufgerüstet werden. Wenn es die phytosanitäre Situation zulässt, werden diese Stämme im Bestand liegen gelassen.  Die Vermarktung erfolgt über die gewohnten Absatzkanäle  und dürfte den Markt kaum zusätzlich belasten.

Die kleineren Ostschweizer Sägereien sind gut mit Rundholz bevorratet. Diejenigen Werke, welche noch Mengen suchen, können sich jetzt noch kurzfristig mit frisch gerüstetem Sturmholz einde-cken. Auch der grösste Ostschweizer Verarbeiter, die Firma Lehmann Holzwerk AG in Gossau, hat ihre Mengen gesichert und ist bis zu den Sommerferien hin gut versorgt. Das anfallende Sturm-holz wird über die vereinbarten Mengenverträge vermarktet oder kann teils noch in der Region zu normalen Preisen verkauft werden.
Die Planung für Sommerschlägerungen und grössere Holzschlag-Projekte sollte vorsichtig ange-gangen werden, weil die Nachfrage in der Zeit nach den Sommerferien nicht genau beziffert wer-den kann. Mit der Auftragslage der Sägereien, Frankenstärke, Schnittholzimporte und Bautätigkeit sind es zu viele Unsicherheitsfaktoren. Eine einigermassen verlässliche Voraussage dürfte erst ab Mitte Juni möglich sein.

Im Vergleich zum Winter 2007 und heute hat das Rundholz massiv an Wert verloren. Erlöste der Ostschweizer Waldbesitzer im 2007 für einen Festmeter Fichte Trämel der Qualität B Stkl. 3a noch Fr. 127.-, so liegt der heutige Marktpreis bei nur noch gerade Fr. 103. Dies bedeutet einen Rück-gang von  -19%. Ausschlaggebend für den Preiszerfall waren die Finanzkrise 2009 und die damit entstandene Wechselkurssituation. Diese hat sich seit Januar 2015, mit der Aufhebung des Min-destkurses von 1.20, nochmals massiv verschlechtert.  Resultierend daraus ergibt sich, dass sich trotz eingeleiteten Optimierungs- und Sparmassnahmen, oft keine positiven Deckungsbeiträge mehr erwirtschaften lassen. Insbesondere in der wichtigen Pflege der Schutzwälder kämpfen die Forstbetriebe, trotz Schutzwaldpflegebeiträge, um ihre Existenz.

Laubholz
Der Laubholzmarkt ist beinahe abgeschlossen. Mengenmässig konnten alle Hölzer vermarktet werden. Bei der Buche gab es nur wenige akzeptable Mengen- und Preisvereinbarungen. Bei der Esche mussten gewisse Preiseinbussen hingenommen werden, da aufgrund der vorherrschenden Eschenwelke ein hohes Angebot platziert wurde.  Die restlichen Baumarten konnten gut über die Wertholzsubmissionen verkauft werden. Die Erlöse lagen trotz Frankenstärke und Unsicherheiten am Markt auf Vorjahresniveau.

Industrieholz
Die Nachfrage bei den Industrieholzsortimenten ist gut. Die Firma Kronospan hat aufgrund der leicht verbesserten Wechselkurssituation ihre Einkaufspreise ab April wieder leicht erhöht. Von Seiten Perlenpapier sind noch keine konkreten Preiserhöhungen bekannt. Die Werke sind aufnah-mefähig. Da die verschiedenen Werke unterschiedliche Längen benötigen, unbedingt vor dem Auf-rüsten Kontakt mit der Holzmarkt Ostschweiz AG aufnehmen.
Die Nachfrage nach Brenn- und Energieholzsortimenten ist aufgrund der Jahreszeit rückläufig. Viele Brennholzabnehmer konnten sich genügend mit Brennholz eindecken. Die meisten Heizwer-ke werden über den Sommer abgestellt und nehmen ihren Betrieb erst wieder im Herbst auf.

dringende empfehlungen

Streuschäden beim Sturmholz sauber aufarbeiten, speziell beim Nadelholz.
Frisches, im Wald oder Wiese gelagertes Nadelholz vor Borkenkäferbefall schützen.
Industrieholz unbedingt sauber sortieren nach 1. und 2. Klasse (Schleifholz/Plattenholz).

Schweizer Holz
Holz ist an sich schon eine gute Wahl – es ist ein natürlich nachwachsender Rohstoff, der für seine Herstellung nur Sonnenenergie benötigt. Ernte und Verarbeitung erfolgen sehr energiearm, und das Material speichert erst noch das Treibhausgas CO2. Noch besser schneidet indessen einheimi-sches Holz ab: Hiesiges Holz wird nicht weit transportiert, was die darin enthaltene Graue Energie reduziert. Schweizer Holz und Holzprodukte enthalten aber noch viel mehr ökologische Mehrwerte für Konsumentinnen und Konsumenten. Denn die Schweizer Waldbesitzer bewirtschaften ihre Wälder im internationalen Vergleich auf höchstem Niveau, was Umweltschonung und Nachhaltigkeit angeht. Tatsächlich trägt mehr als die halbe Waldfläche unseres Landes ein Ökozertifikat (FSC oder PEFC). Aus der zertifizierten Fläche stammen etwa 70% des im Schweizer Wald genutzten Holzes.