Polter14 289-188Deutschlands Wald wird älter und durchmischter. Das zeigen Ergebnisse der dritten Bundeswaldinventur. Rumänien wird dank massiver Investitionen in moderne Sägewerkstechniken und ungenutzter Rundholzmengen überflügelt. Das Sturmtief Gonzalo hat in Österreich nach ersten Schätzungen 95000 fm Schadholz verursacht. Die Pavatex-Gruppe schliesst per Ende Jahr die Produktion in Fribourg. Ölpreise setzen Talfahrt fort.

 

Internationale Holzmärkte
Die europäische Nadelschnittholzproduktion wird in diesem Jahr, im Vergleich zum Vorjahr, um rund 7% steigen. Das zeigen die Prognosen, die Mitte Oktober im Rahmen der International Softwood Conferenz in Berlin erhoben wurden. Die Zahlen relativieren sich etwas, wenn man sieht, dass die Hälfte des Zuwachses auf 3 Länder  zurückzuführen ist. Schweden plant mit 17.5 Mio. m³ (+12% in 2 Jahren), Rumänien rechnet mit 3.6 Mio. m³ in den folgenden Jahren (+24%) und Lettland steigerte seine Produktion von 2.3 Mio. m³ auf heuer 2.65 Mio. m³ (+6%). Deutschland als grösster Nadelschnittholzproduzent wird an seiner Menge von 20 Mio. m³ festhalten und prognostiziert einen Mehreinschnitt von rund 1 Mio. m³ für das Jahr 2015. Ähnlich sieht es für Österreich aus (9 Mio. m³ im 2014). Die 3 erstgenannten Länder sind stark exportorientierte Länder, was zu erheblichen Umschichtungen bei den Handelsmengen führen dürfte. In Rumänien werden von 100 m³ Schnittholz, welche produziert werden, 73 m³ im Ausland abgesetzt. Der Karpatenstaat wird dank massiver Investitionen in moderne Sägewerkstechniken und ungenutzter Rundholzmengen überflügelt. Dies trifft auch für das bislang übliche Rundholzpreisniveau zu. Diese verteuerten sich seit 2011 um rund 90%.  

Skandinavien
UPM Kymmene, Helsinki / Finnland, hat beschlossen, in den europäischen Werken vier seiner Papiermaschinen herunterzufahren. Betroffen sind Linien in Chapelle / FR (Zeitungspapier), Shotton / UK (Zeitungspapier), Jämsänkoski / FI (Fotopapier) und Kaukas / FI (beschichtetes Papier). In diesen Anlagen wird der Betrieb beendet. Somit wird eine Produktionskapazität von 800.000 tonnen  aus dem Markt genommen. Dabei gehen rund  550 Arbeitsplätze verloren. An allen vier Standorten wird aber weiterhin produziert. Derzeit produziert UPM 11,6 Millionen Tonnen Papier pro Jahr.

Darüber hinaus wird das Auftragsmanagement von UPM Papier ENA (Europa und Nordafrika) in den deutschen Niederlassungen in Augsburg und Dörpen zentralisiert. So rechnet UPM mit Einsparungen von 150 Mio. € / Jahr, ab Ende 2015.  Mit den Abschaltungen reagiert UPM auf den strukturell rückläufigen Markt von Druckpapier in Europa.

Deutschland
Deutschlands Wald wird älter und durchmischter. Das zeigen erste Ergebnisse der dritten Bundeswaldinventur (BWI3). Trotz steigender Holzpreise, Energiewende oder Sturmereignissen hat sich der Holzvorrat in den deutschen Wäldern innerhalb der letzten zehn Jahre nochmals um 277 Mio. m³ erhöht. Dieses entspricht einer Gesamtmenge von 3,7 Mrd. m³, damit ist Deutschland das Holz-reichste Land Europas.
Es gibt aber Unterschiede bei den Stärkeklassen und Baumarten. Insgesamt hat fast der komplette Zuwachs bei den Stärkenklassen 50cm und mehr stattgefunden. Alle Baumarten, ausser bei der Fichte, sind die Vorräte gestiegen. Stark zugenommen hat die Eiche, Buche, Föhre und Douglasie. Den stärksten Zuwachs gab es bei der Douglasie +23.7%. Damit gibt es nun um 47% mehr Douglasien als noch vor zehn Jahren. Sie ist die Zukunftsbaumart, wenn es um die Klimaerwärmung geht, da diese Baumart resistenter gegen Trocken- und Wärmeperioden reagiert. Die Fichte hingegen wird zurzeit übernutzt (115%). In Deutschland gibt es um 48.6 Mio. fm weniger  Fichte (-4%). Gründe dafür sind in der hohen Nutzung der Fichte, aber auch die Sturmereignisse Kyrill und Folgeschäden (Borkenkäfer) zu suchen.

Österreich
Die Preise sind im Oktober durchwegs stabil geblieben oder sind leicht gestiegen. Das Sturmtief Gonzalo hat nach ersten Schätzungen 95.000 fm Schadholz durch Windwurf und Schneebruch verursacht. Diese Menge sollte vom Markt problemlos aufgenommen werden, daher ist hier keine Auswirkung auf die Holzpreise zu erwarten. Weiterhin besteht ein Preisgefälle zwischen Nord- und Osttirol. In Osttirol wurde auch im Oktober im Schnitt 7,92 € weniger für das Standardsortiment Fichte Blochholz B/C gezahlt.
Fichten - Trämel B/C Mischpreis Stärkeklasse 2a-3b (100,60 €/fm +0,4%)  Dies entspricht 120.- CHF/fm). Der Preis für das Hauptsortiment ist auch diesen Monat wieder geringfügig gestiegen. Tanne Trämel B/C Mischpreis (93,30 €/ fm, +1,4%). Dies entspricht 112.- CHF/fm). Der Preis für die Tanne ist somit im Vergleich zum Vormonat nochmals geringfügig gestiegen.

Der Grossprivatwald erntet ebenso rege wie die Österreichischen Bundesforste (ÖBf). Die Aussichten im Kleinprivatwald sind auch positiv. Zuweilen der Preis stabil ist und bei den landwirtschaftlichen Produkten eine unbefriedigende Preislage besteht, werden viele Landwirte die Kompensation bei der Waldarbeit suchen und vermehrt  Holz auf den Markt bringen.

Italien
Von Italiens Baubrache gibt es nur wenig zu berichten. Es wird ein leichter Anstieg beim Bedarf von Schnittholz verzeichnet. Diese Mengen liegen aber auf sehr tiefem Niveau. Rundholz wird geringfügig nachgefragt. An Lager wird kaum produziert, sondern nur auf Bestellung. Kurzfristige Bestellungen werden mit Zukäufen von Schnittholz ergänzt. Italien ist ein stark importorientiertes Land. Rund 80% des Bedarfs muss importiert werden. Nur gerade einmal 20% kann selber eingeschnitten werden. Für die mitteleuropäischen Länder ist Italien ein wichtiger Markt. In den Vorkrisenjahren 2006/2007 hatte Italien über 7.2 Mio. m³ Nadelschnittholz verbraucht. Heute liegen die Zahlen bei noch knapp 4.5 Mio. m³ (-41%).

Schweiz
Das Sturmtief, welches anfangs  November über Mitteleuropa gefegt ist und zu starkem Föhn geführt hatte, hat in der Ostschweiz nur geringe Schäden verursacht. Die wenigen Streuschäden werden mit der normalen Nutzung aufgearbeitet und haben keine Auswirkungen auf den Holzmarkt.

Die Pavatex-Gruppe plant per Ende Jahr die Produktion in Fribourg zu schliessen. Mit der vorgesehenen Standortoptimierung reagiert Pavatex auf die schwächer werdende Baukonjunktur in Deutschland und der Schweiz. Wie die Pavatex-Gruppe mitteilt, fällte der Verwaltungsrat den Entscheid zur Schliessung des Werkes Fribourg am 20. Oktober mit grossem Bedauern. Der Schritt sei unausweichlich, weil im Markt Kosten- und Preisdruck bei konjunkturellen Abschwächungstendenzen anhalten. Pavatex hatte zuvor schon mit temporären Produktionsstopps in den Standorten Fribourg und dem erst 2013 in Betrieb genommenen Werk in Golbey auf das schwierige Marktumfeld reagiert.

Ölpreise setzen Talfahrt fort
RAIBA OelpreisDer Rohölpreis geriet seit Mitte Juni dieses Jahres deutlich unter Druck. Der 1-Monat-Future für die für Europa massgebliche Sorte Brent unterschritt im September zum ersten Mal seit Frühling 2012 wieder die Marke von 100 US-Dollar pro Fass. Nach wie vor gibt es keine Anzeichen, dass sich das mächtige Ölkartell Opec auf eine Kürzung ihrer Produktion verständigen kann, um sich gegen die seit Monaten fallenden Preise zu stemmen. Am Mittwochmorgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Dezember 82,39 US-Dollar. Das waren 43 Cent weniger als am Dienstag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte WTI sank um 16 Cent auf 77,03.
In den vergangenen vier Monaten sind die Ölpreise um etwa 25 Prozent eingebrochen. Wichtigster Grund ist das hohe Angebot, das spürbar über der weltweiten Nachfrage liegt. Entgegen ihrer früheren Strategie scheint sich die Opec nicht auf ein gemeinsames Vorgehen einigen zu können. Im Gegenteil: Experten verweisen auf einen sich abzeichnenden Preiskampf innerhalb des Kartells sowie zwischen der Opec und amerikanischen Schieferölproduzenten. Der Fracking-Boom in den USA ist mit ausschlagge-bend für die Talfahrt der Ölpreise.

Ostschweiz
Der warme und trockene Herbst bat optimale Bedingungen für die Ausführung der Holzschläge, speziell in den Gebirgslagen. Bevor der erste Schnee kommt müssen diese Arbeiten abgeschlossen sein. Die meisten grösseren Werke sind aufnahmefähig und die Rundholzabfuhr klappt zeitnah.

Die kleineren regionalen Sägewerke kaufen seit November wieder vermehrt frisches Rundholz ein. De-ren Auftragslage ist zurzeit zufriedenstellend und der Bau läuft immer noch auf Hochtouren. Die meisten Abnehmer haben ihre Rundholzpreise belassen und führen diese bis zum nächsten Sommer weiter. Diese Preisstabilität wird von den Waldeigentümern geschätzt. Recht ruhig ist es noch im Privatwald und den tieferen Lagen. Hier sind die Landwirte noch mit Arbeiten auf Feld und Hof beschäftigt. Diese beginnen traditionell oft erst kurz vor Jahresende mit Ihren Holzschlägen. Alle hoffen auf einen kalten und strengen Winter, damit die Schäden an Waldstrassen und Waldböden möglichst gering bleiben.

Im Bereich des Energieholzes gibt es immer noch Übermengen aus dem letzten Winter, da weniger Hackschnitzel benötigt wurden. Diese Mengen dürften aber bis Ende Jahr abgebaut sein. Qualitativ gutes Energieholz sollte unbedingt getrennt gelagert und vermarktet werden. Der Bedarf für Laubindustrieholz, beziehungsweise Brennholz von 10 bis 30 cm Durchmesser ist hoch und findet guten Absatz zu attraktiven Preisen.

Laubholz
Die Situation auf dem Laubholzmarkt hat sich gegenüber dem Vorjahr nicht verbessert. Grosse Sorgen bereitet weiterhin die Buche. In grösseren Mengen sind die Qualitäten B und C kaum absetzbar. Ver-mehrt werden auch beachtliche Mengen Buchenrundholz nach China geliefert. Die Ostschweiz liegt aber frachttechnisch nicht optimal. Die hohen Transportkosten, bis zum nächsten Hafen, drücken merklich auf den Rundholzerlös. Zudem sind diese Lieferungen schwierig zu händeln und erfordern sehr gute Marktkenntnisse und eine hohe Flexibilität. Guten Absatz finden die Baumarten Esche, Eiche und Ulme. Der Ahorn ist vor allem in den Furnierqualitäten gut verkäuflich.

Die Eschenwelke breitet sich aus
Die Eschenwelke lässt Triebe absterben und führt in der Regel zum Ausfall der Eschen. Die Pilzkrankheit trat zum ersten Mal 2007 im Raum Basel auf. Innerhalb von sieben Jahren hat sie sich über die ganze Schweiz ausgebreitet. Die Sicherheitsproblematik aufgrund herunterfallender Äste nimmt zu, sei es bei Holzerei Arbeiten oder auch an stark frequentierten Orten. In der Ostschweiz wurden auch diesen Sommer vermehrt befallene Eschen registriert. Der Schädigungsgrad ist aber nur im Sommer fest-stellbar, wenn der Baum im Laub ist. Panik zu machen und alle Eschen zu fällen wäre hier aber der fal-sche Weg. Im Sommer 2015 sollten die stark geschädigten Eschen markiert werden, damit diese in der Saison 2015/16 geerntet werden können.

Industrieholz
Grosse Nachfrage herrscht bei den Brenn- und Industrieholzsortimenten. Hier werden sehr gute Preise gelöst. Auch bestehen zurzeit nur kleinere Mengenbeschränkungen. Bei Buchen Industrieholzschwellen in den Längen 4-6m, Durchmesser 25cm+ kann zurzeit nur bedingt per Lkw nach Menznau geliefert werden. Lieferungen per Bahnwagen sind wieder unbeschränkt möglich. Für Brennholz gemischt, in Kranlänge 4-6m wird ein Preis von 48.- pro fm bezahlt und für reine Buchenlose liegt der Preis bei Fr. 52.- pro fm ab Waldstrasse. Auch frisches Schleifholz wird von verschiedenen Werken nachgefragt. Die Verarbeiter zahlen hierfür attraktive Preise. Da die verschiedenen Werke unterschiedliche Längen be-nötigen, unbedingt vor dem Aufrüsten Kontakt mit der Holzmarkt Ostschweiz AG aufnehmen.

Wertholzsubmissionen SG / Bodenseeholzgant
Die Wertholzverkäufe werden im Kanton St.Gallen koordiniert und unter dem Dach der Holzmarkt Ost-schweiz AG ausgeschrieben. Der gemeinsame Ausschreibungstermin und die Vergabe ermöglichen es den Käufern, innert kurzer Zeit grössere Mengen zu erwerben, was sich schlussendlich positiv auf den Holzpreis auswirkt. Für die St.Galler, Liechtensteiner und Appenzeller Waldbesitzer stehen drei Plätze in Buchs, Henau und Kaltbrunn zur Verfügung.

Die Stämme müssen bis Mitte Januar bereitgestellt werden. Ihr Revierförster gibt Ihnen gerne Auskunft darüber und organisiert den Transport auf einen der Plätze.

 
Termine für die Plätze Henau, Buchs und Kaltbrunn:
Letzter Tag für die Holzanfuhr ist der                                            30. Januar  2015
Versand Offertlisten und Bereitstellung auf der Webseite        07. Februar 2015
Frist für Offerteingabe an die Verkaufsleitung                             22. Februar 2015

Im Kanton Thurgau findet die 14. Bodensee-Edelholz-Versteigerung wie folgt statt:
3. März 2014, Bürgerhalle Tägerwilen

Qualitäten und Baumarten für die Wertholzverkäufe:
Guten Absatz finden die Baumarten Esche, Eiche und Ulme. Der Ahorn ist vor allem in den Furnierqua-litäten gut verkäuflich. Auch Nussbäume, sowie sämtliche Obstbaumarten sind gesucht. Der Kirschbaum wird wenig nachgefragt. Beim Nadelholz sind die seltenen Hölzer wie Lärche und Föhre begehrt. Bei der Fichte und Tanne finden vor allem die Spitzenqualitäten guten Absatz.