Poltertraemel 289-188Im 1. Quartal entwickelten sich die Preise für Sägerundholz weltweit nach oben. Österreich hat im ersten Quartal 2014 rund 41`000 fm Nadelrundholz aus der Schweiz im-portiert. Jeder Zweite Kubikmeter Schnittholz, welcher von Österreich in die Schweiz importiert wird, dürfte aus Schweizer Herkunft stammen. Die grösseren Ostschweizer Betriebe suchen bereits ab Mitte August wieder grössere Mengen Schwach- und Starkholz.

 

Internationale Holzmärkte
Im 1. Quartal entwickelten sich die Preise für Sägerundholz weltweit nach oben. Im Vergleich zum Vorjahr notierte der Rundholzpreis um +17% höher, massgeblich getrieben von Russland.
Die europäischen Schnittholzlieferungen nach Japan laufen träge. Grund dafür sind die hohen Lagerbestände in den Hafenterminals Tokyos. Die meisten Lieferländer verzeichneten im März einen bedeutenden Rückgang. Nur Finnland konnte seine Mengen beim Brettschichtholz (BSH) halten.

Skandinavien
Schweden hat im 1. Quartal 3 Mio. m3 Schnittholz exportiert +9% zum Vorjahr. Massgeblich zum Erfolg beigetragen haben die Lieferungen nach Grossbritannien. Diese liegen aktuell bei 660`000m3 in den ersten drei Monaten. Schweden gelang es im Wesentlichen ihre Mehrmengen auf dem europäischen Markt abzusetzen, 1.9 Mio. m3 (+11%). Imposant sind aber auch die Mengen nach Nordafrika mit 575`000m3.

Deutschland
Der deutsche Wohnungsbau läuft immer noch auf hohem Niveau. Für die Sägeindustrie sind die Zahlen der Baugenehmigungen ein wichtiger Indikator. Von Januar bis März 2014 wurde in Deutschland der Bau von 63`900 Wohnungen genehmigt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, waren das 15,3 % oder 8`500 Wohnungen mehr als im ersten Quartal 2013. Damit setzte sich die positive Entwicklung bei den Baugenehmigungen von Wohnungen weiter fort (2013:+ 12,9 % zum Vorjahr). In Wohngebäuden wurden im ersten Quartal 2014 insgesamt 55`000 Neubauwohnungen genehmigt, das waren 11,6 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Zu dieser Zunahme haben vor allem Wohnungen in Mehr- (+ 22,5 %) und Zweifamilienhäusern (+ 5,5 %) beigetragen. Baugenehmigungen für Wohnungen in Einfamilienhäusern stiegen nur geringfügig (+ 1,1 %).


Österreich
Gemäss der österreichischen Aussenhandelsstatistik der FHP (Forst Holz Papier) hat Österreich im ersten Quartal 2014 rund 41`000 fm Nadelrund- und Industrieholz aus der Schweiz importiert. Gegenüber dem Vorjahresvergleich sind dies +8% mehr. Betrachtet man im gleichen Zeitraum die Schnittholzexporte von Österreich in die Schweiz, sprechen diese Zahlen für sich. 23`000m3 Nadelschnittholz, 14`000m3 Sperrholz, 17`000m3 Spanplatten, von Januar bis März 2014. Rechnet man mit einer Rundholzausbeute von 60%, so darf festgestellt werden, dass beinahe jeder Zweite m3 Schnittholz, welcher in die Schweiz importiert wird, aus Schweizer Herkunft stammen dürfte. Die Schweizer Wald- und Holzwirtschaft scheitert seit Jahrzehnten am Versuch ihre Wertschöpfung im eigenen Land zu halten, geschweige noch zu steigern. Die Gründe dafür sind vielseitig.

Die Preise für das Standardsortiment Fichte B/C sind zum ersten Mal seit Februar 2013 wieder unter 100 € gesunken. In den südlichen Regionen von Tirol werden noch etwas bessere Preise gezahlt, grundsätzlich hängt der Holzpreis derzeit stark davon ab, an wen das Holz verkauft wird. Der Preis ab Waldstrasse für Fichten - Trämel B/C Mischpreis Stärkeklasse 2a-3b beträgt  (98.66 €/m³, -1.7%) dies entspricht 119.- CHF/fm. Tanne Trämel B/C Mischpreis (90.83 €/ m³, -1.6%) dies entspricht 110.- CHF/fm.

Die Rundholzimporte aus Slowenien sind immer noch beträchtlich. Von Januar bis März wurden insgesamt 175`000 fm Nadelrundholz importiert. Im Februar hatte ein Schneesturm mit Eisanhang grosse Teile der slowenischen Wäldern verwüstet. Schätzungen gehen von mehr als 3 Millionen Festmeter Schadholz aus. Nach Einschätzungen werden sich diese Mengenströme aber bis Ende September wieder auf normalem Niveau einpendeln. 


Italien
Italiens Bauproduktion zeigte auch im April keine Belebung und lag um 5 % unter Vorjahresni-veau. Damit bestätigt der von der italienischen Statistikbehörde (ISTAT) veröffentlichte Baupro-duktionsindex Berichte von Seiten der Holzindustrie vom Mai, dass die saisonal übliche Frühjahrs-belebung bei Bauholzprodukten in Italien ausgeblieben ist. Bereits in den ersten Monaten 2014 ist die Bauproduktion in Italien gesunken. Für den Zeitraum Februar bis April weist ISTAT ein Minus von 2,4 % gegenüber dem Zeitraum November 2013 bis Januar 2014 aus. Für den Zeitraum Ja-nuar bis April ergibt sich gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres ein Minus von 5,3 %. Quelle: Euwid.de


Schweiz
RAIBA HandelsspanneNachdem der EUR gegenüber USD seit Mitte 2012 kontinuierlich aufwertete, setzte im Mai 2014 eine Gegenbewegung ein, ausgelöst durch Draghis Ankündigung einer Zinssenkung im Juni. Damit rückte wieder die Zinsdifferenz in den Marktfokus und dies dürfte vorerst so bleiben, denn während sich in den USA die Normalisierung der Geldpolitik langsam abzeichnet, stellte die EZB nach der Zinssenkung und der Einführung des Negativzinses für Zentralbankeinlagen sogar weitere expansive Massnahmen in Aussicht. Auf 1-Jahres-Sicht rechnen wir jedoch mit einem leicht stärkeren EUR (1.37), denn die konjunkturelle Erholung im Euroraum dürfte sich fortsetzen, was das Investorenvertrauen weiter stärken sollte. Unterstützend wirken zudem die Leistungsbi-lanzüberschüsse in der Eurozone. Denn während sich in den USA bereits wieder leicht zunehmende Defizite abzeichnen, sollte der positive Saldo in der Eurozone aufgrund der anhaltenden Importkompression bestehen bleiben. Historisch zeigt sich, dass abgesehen von turbulenten Marktphasen, der EUR/USD gut mit der relativen Entwicklung der US- und EWU-Leistungsbilanzen korrespondiert. Die ausserordentlich niedrige Marktvolatilität der letzten Monate schlug sich nicht in einem höheren EUR/CHF nieder und das Massnahmenpaket der EZB führte zu keinem Aufwertungsdruck. So rechnen wir damit, dass sich CHF zum EUR und USD weiterhin in engen Handelsspannen bewegen sollte. Quelle: Raiffeisen Weitblick 7/2014

Ostschweiz
Die Schweizer Holzmarktkommission traf sich am 20. Mai 2014 in Bern. Die Ostschweizer Delega-tion tagte anschliessend am 16. Juni. Beide Gremien sprechen sich für stabile Rundholzpreise aus und sehen mit Zuversicht der neuen Holzschlagperiode entgegen. Auszug aus der Medienmitteilung der Ostschweizer Holzmarktkommission:

Weiterhin stabiler Rundholzmarkt
Im Winter 2013/14 kam wieder mehr Holz auf den Markt als im Vorjahr. Die Ostschweizer Säge-reien konnten ihre Lager füllen, sind aber nach den Sommerferien wieder auf frisches Holz ange-wiesen. Die Holzpreise sind stabil. Die Käfersituation ist ruhig, ist aber im Auge zu behalten. An ihrem Treffen vom 16. Juni 2014 in Winterthur ging es den Holzmarktpartnern der Ostschweiz ei-nerseits um die Beurteilung der Schlagkampagne 13/14, aber auch um einen Ausblick auf den Rundholzmarkt nach der Sommerpause.

Kampagne 13/14: Mehr Holz als erwartet
Die Preisstabilität hat ihre Wirkung nicht verfehlt. Insbesondere in den Kantonen St. Gallen und Zürich ist im Privatwald mehr Holz genutzt worden, als erwartet worden war. Die Ostschweizer Säger sind in der Folge über den Sommer relativ gut mit Holz versorgt. Beim Nadelholz mausert sich das Langholz zum Nischenprodukt mit attraktivem Erlös. Das Laubholz erzielte höhere Preise als erwartet, allerdings noch immer auf sehr tiefem Niveau.

Marktaussichten
Nadelholz: Frisches Nadelholz ist nach den Sommerferien zu stabilen Preisen gefragt. Den Wald-besitzern wird empfohlen, geplante Sommerschläge nur in Absprache mit den Käufern zu begin-nen und Normalnutzungen früh mit dem lokalen Förster anzuzeichnen. Käferholz: Aufgrund der heiklen Ausgangslage empfiehlt es sich, jetzt die Käfersituation gründlich und laufend zu beobachten. Kronenverfärbungen sind dem lokalen Forstdienst rasch möglichst zu melden.

Aussichten nach der Sommerpause
L3-Preisentwichlung13-14Die meisten Ostschweizer Betriebe melden eine Bevorratung von 1 bis 5 Monate. Die Auftragslage ist trotz der anstehenden Sommerferien gut. Die grösseren Betriebe suchen bereits ab Mitte Au-gust wieder grössere Mengen Schwach- und Starkholz. Eine rasche Abfuhr kann laufend gewährleistet werden. Auch die Nachfrage von Exportsortimenten nach Österreich und Deutschland dürften wieder stark zunehmen. Es lohnt sich nun Holzschläge zu planen und bei be-darf frühzeitig auszuführen.
Die Holzindustrie hat Stabilität bei der Preisgestaltung angekündigt. Somit sind keine Preisrückgänge zu erwarten. Einzelne Verarbeiter bieten nach den Sommerferien einen Frühlieferbonus, für frisches Holz bis Ende September.  Falls die gute Nachfrage bestehen bleibt und der Schnittholzpreis einen leichten Aufwärtstrend zeigt, sind auf das vierte Quartal kleine Preiserhöhungen von 1-3 Franken pro Festmeter denkbar. Mitentscheidend für  eine mögliche Rundholzpreiserhöhung ist die Währungsrelation zwischen EUR und CHF.

Käferholzsituation und Verhalten
Aufgrund des sehr milden Winters, überlebte ein grosser Teil der letztjährigen Borkenkäferpopula-tion. Diese konnten sich während der warmen Frühlingstage optimal entwickeln. Die aktuelle Situ-ation ist aber noch nicht kritisch. Es empfiehlt sich, jetzt die Käfersituation gründlich und laufend zu beobachten. Kronenverfärbungen sind dem lokalen Forstdienst rasch möglichst zu melden. Sind Fichten einmal befallen, gilt schnell zu handeln. Die Bäume müssen rasch gefällt werden. Da-bei ist zu beachten, dass das frische Holz ohne Käferbefall vom restlichen bereits verblauten Kä-ferholz getrennt gelagert wird. Nur so kann ein ordentlicher Holzverkauf stattfinden. Der Markt-preis für verblautes Käferholz liegt zwischen 80 bis 90 Franken. Frischholz sollte möglichst rasch zu normalen Konditionen vermarktet werden.

 

dringende empfehlung

Unbedingt intensive Kontrolle der Fichtenbestände. Befallene Käferbäume sofort fällen und vermarkten.

Frisches Nadelrundholz auf den Markt bringen, sofern die Übernahme gesichert ist und die Zahlungsbedingungen stimmen.

Industrieholz unbedingt sauber sortieren nach 1. und 2. Klasse (Schleifholz/Plattenholz).

 
Industrieholz
Grosse Nachfrage herrscht bei den Brenn- und Industrieholzsortimenten. Hier werden sehr gute Preise gelöst. Auch bestehen zurzeit nur kleinere Mengenbeschränkungen. Bei Buchen Industrie-holzschwellen in den Längen 4-6m, Durchmesser 25cm+ wird zurzeit ein Preis von Fr. 70.- pro fm, bahnverladen bezahlt. Für Brennholz gemischt, in Kranlänge 4-6m wird ein Preis von 52.- pro fm bezahlt und für reine Buchenlose liegt der Preis bei Fr. 55.- pro fm ab Waldstrasse. Über die Sommermonate wird auch vermehrt frisches Schleifholz gesucht. Die Verarbeiter zahlen hierfür attraktive Preise. Da die verschiedenen Werke unterschiedliche Längen benötigen, unbedingt vor dem Aufrüsten Kontakt mit der Holzmarkt Ostschweiz AG aufnehmen.