holzpolter 289-188Die Nachfrage nach Nadelsägerundholz ist anhaltend gut, die Sägeindustrie produziert jedoch weiterhin deutlich unter den vorhandenen Kapazitäten. Italiens Schuldenkrise, Kreditklemme und die eingeleiteten Sparmassnahmen bringen die öffentliche und private Nachfrage zum Erliegen. Klausner plant einen gigantischen Sägewerksneubau in den USA. Werden hierhin die Domat-Emser Anlagen verfrachtet? Die Holzmarktpartner der Ostschweiz belassen ihre unterschiedlichen Richtpreisempfehlungen für Nadelrundholz auf dem zurzeit gültigen Niveau.

 
Internationale Holzmärkte
Der Russische Holzkonzern Illim Timber mit Sitz in St. Petersburg / RU hat seine Einschnittzahlen für das 1. Halbjahr mit 1.129 Mio. m3 bekannt gegeben. Die Sägwerke in Russland, Bayern und den USA steigerten ihre Produktion im Vergleich zum Vorjahr um +21%. Die Nordamarikanischen Schnittholzpreise steigen weiter an. Dies schlägt sich mittlerweile auch auf die Rundholzpreise durch. Die Fichten, Föhren und Tannenrundholzpreise stiegen im Vergleich zum Vorjahr um +10%. Gründe dafür sei die Erholung der US-Hausbauzahlen und der parallel steigende Bedarf aus China. Die USA waren im Jahr 2011 mit 21.7 Mio. m3 das grösste Importland von Rund- und Schnittholz, welches fast ausschliesslich von Kanada geliefert wurde.
 
Skandinavien
Gemäss Meldung von Forestindustries.fi stiegen die finnischen Schnittholzexporte im 1. Halbjahr 2012 um 6% auf 3.29 Mio. m3. Stark angestiegen sind die Mengen in die Levantestaaten. Ägypten steigerte seine Einführen um 40%. Grösster Abnehmer von finnischen Schnittwaren war Japan mit 378`000 m3.
 
Deutschland
Die Auftragslage im deutschen Baugewerbe stieg im ersten Halbjahr 2012 weiter an. Triebfeder der Umsatzzuwächse war laut des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie HDB der Wohnungsbau. Dort vollzogen sich im ersten Halbjahr sowohl im Auftragseingang (+31.4%) als auch beim baugewerblichen Umsatz (+12.6%) deutliche positive Entwicklungen.
Bei den Laubholzgesprächen zwischen dem Deutschen Forstwirtschaftsrat und den Vertretern der Laubholz verarbeitenden Sägewerke Deutschlands im August, war man sich einig, dass die Konkurrenten aus dem billiger produzierten Ausland verstärkt Druck auf die deutsche Laubholzindustrie ausüben. Zusätzlich belasten die günstigen Rumänischen Buchenexporte nach China, Iberische Halbinsel, Nordafrika und Levante die Märkte spürbar.
 
Österreich
Die Nachfrage nach Nadelsägerundholz ist anhaltend gut, die Sägeindustrie produziert jedoch weiterhin deutlich unter den vorhandenen Kapazitäten. Die Abfuhr des bereitgestellten Rundholzes erfolgt bei unterschiedlicher Versorgung der Sägewerke zügig. Die Preise für Nadelsägerundholz sind auf attraktivem Niveau stabil. Fichten – Trämel L1 B/C Mischpreis Stärkeklasse 2a-3b(94,24 €/fm (CHF 113.-)Gewitterstürme von Ende Juli und Anfang August haben zwar zu gewissen Windwurfschäden geführt. Diese hatten aber kein marktrelevantes Ausmass erreicht und wurden bereits zum Grossteil aufgearbeitet.
Die Holzindustrie Lenzing (HIL) hat die Stilllegung ihres Säge- und Holzbearbeitungsbetriebes in Lenzing a. Attensee bekanntgegeben. Damit fällt ein prominenter Hersteller von Schnittholz und Hobelware weg. Als Grund für die Stilllegung wurden die schlechte Rundholzversorgung und die internationalen Überkapazitäten erwähnt, welche eine kostendeckende Produktion nicht mehr zulassen. Das Werk liegt in Oberösterreich, einem Gebiet welches seit Jahren wegen ihrer zu hohen Einschnitt Kapazitäten unter einer ungenügenden Rundholzversorgung leidet.
 
Italien
Die drei strategischen Leitlinien der Regierung  unter Ministerpräsident Mario Monti sind klar, sparen wachsen und vereinfachen. Die Schuldenkrise, Kreditklemme und die eingeleiteten Sparmassnahmen bringen die öffentliche und private Nachfrage zum Erliegen. Italien befindet sich in der Rezession, für heuer wird ein Minus von 1.9% des Bruttoinlandproduktes (BIP) erwartet. Abbild der einschneidenden Sparmassnahmen zeigen sich auch im Bausektor, welcher sich seit 2008 halbiert hat. Vor 2014 wird hier mit keiner Erholung gerechnet. Die wenigen Aufträge im Holzbau und der Holzbedarf im Maschinensektor können den Karren bei weitem nicht in Schwung bringen. Wie dringend Veränderung und Strukturwandel notwendig sind, zeigt ein dramatisches Beispiel anhand der Sizilianischen Forstverwaltung. Unter der Herrschaft von Präsident Raffaele Lombardo, genannt Kalif von Sizilien, hat sich ein Beamtenstaat von Inspektoren und leitenden Angestellten von 27`000 Personen gebildet. Sizilien hat eine Gesamtfläche von 25`500 km2. Vergleicht man diese Zahl mit dem Kanton St.Gallen (2026 km2), so würden sich hier 2146 Förster und höhere Forstbeamte herumtummeln.
 
 
Schweiz
 
Geht die Domat-Emser Sägewerksanlage nach Florida?
Der geplante Abbau der Sägewerkanlagen in Domat Ems durch Klausner verlaufen nur schleppend und dürfte nach Einschätzungen bis Ende Jahr noch nicht abgeschlossen sein. Erstmals wurde im August bekannt, dass Klausner einen gigantischen Sägewerksneubau in den USA plant. Als Standort wurde Suwannee County im Bundesstaat Florida genannt. Offenbar wollten mehrere US-Bundesstaaten (Georgia, North und South Carolina) das Sägewerk ansiedeln. Gemäss Aussage von Holzkurier dürften auch grössere Subventionen im Umfange von 16.5 Mio. US-$ mit im Spiel sein. Der Bezirk Suwannee habe bereits 6.5 Mio. US-$ in die nötige Infrastruktur investiert. Dabei wurden Flächen angekauft, abgeholzt und mit Kanal- und Wasserleitungen versehen. Auch für einen Gleisanschluss der CSX Railroad wurde bereits eine Genehmigung erteilt, um Florida einen Vorteil gegenüber anderen Bundesstaaten zu verschaffen. Nach eigenen Einschätzungen wäre es durchaus denkbar, dass die Anlagekomponenten in Domat Ems, somit bald im sonnigen Florida ihren Betrieb wieder aufnehmen könnten.
 
 
Wird die Untergrenze von 1.20 CHF per Euro halten?

DeviseninterventionenIm Juni nahmen die Währungsreserven der Schweizerischen Nationalbank (SNB) um fast 60 Milliarden Schweizer Franken (CHF) zu, nachdem sie bereits im Mai um fast 70 Milliarden CHF gestiegen waren. Wie lange kann die SNB diesen Kurs durchhalten? Hierbei muss erwähnt werden, dass die Devisenmarktinterventionen seit der Erklärung der Wechselkursuntergrenze von 1.20 CHF pro Euro am 6. September 2011 wesentlich effizienter waren, als vor diesem Datum. Zwischen Januar und Mai 2010 sind die Währungsreserven der SNB um 138 Milliarden CHF gestiegen und dennoch konnte die CHF-Aufwertung nicht aufgehalten werden. Solange in der Schweiz Deflation herrscht, wird die SNB am Wechselkursziel festhalten, denn die Verhinderung von Deflation ist das vordringlichste Ziel der SNB.

 
Trotz starker Bautätigkeit sind Schweizer Säger nicht ausgelastet.
Die Schweizer Holzmarktkommission (HMK) hat sich am 06. September getroffen und folgende Medienmitteilung veröffentlicht.
 
Die Akteure am Holzmarkt haben sich gegen eine Änderung der Preisempfehlungen ausgesprochen, obwohl in der Realität die Nadelrundholzpreise nachgegeben hatten.
 
Der Holzbau liegt auch in der Schweiz zunehmend im Trend. Und der Wohnungsbau sowie der nachgelagerte Innenausbau boomen. Die gute Geschäftslage in der Bauwirtschaft hat sich weiter verbessert. Viele Unternehmen verfügen über volle Auftragsbücher und schätzen ihre Geschäftsentwicklung für die nächsten Monate zuversichtlich ein. Holz hat in Neubauten, vor allem aber im Renovationsbau und bei energetischen Sanierungen an Bedeutung gewonnen. Durch die Frankenstärke wird jedoch ein immer grösserer Anteil mit Halb- und Fertigprodukten aus dem Ausland substituiert. Andererseits sind Rundholzexporte ins nahe gelegene Ausland unattraktiv geworden.
 
Viele Sägewerke sind noch ausreichend bis gut mit Nadelrundholz versorgt. Auf den Herbst und Winter hin kann jedoch mit anziehender Rundholznachfrage gerechnet werden. Die Schweizer Waldbesitzer sind in Wartestellung. Die aktuellen Rundholzpreise sind wenig motivierend für die Ausführung von Holzschlägen. Sie fragen sich immer häufiger, ob sie sich Holzschläge überhaupt noch leisten sollen. Ohne öffentliche Beiträge ist die Holzernte in weiten Teilen des Landes nicht mehr kostendeckend. Bei anhaltendem Importdruck von Halb- und Fertigfabrikaten dürfte für Schweizer Nadel- und erst recht für Laubsägerundholz, trotz Bauboom, der Markt schwierig bleiben. Es ist daher besonders wichtig, dass Holzschläge in enger Absprache mit den Verarbeitern geplant werden.
 
Die Marktpartner stellen fest, dass für normales Buchenrundholz kaum Nachfrage besteht. Das ist nicht nur für die Waldeigentümer schmerzlich, es besteht auch die Gefahr, dass Mischbestände nicht mehr gepflegt werden, weil das anfallende Laubholz kaum einen Abnehmer findet. Die Holzmarktkommission verzichtet daher auf Preisempfehlungen für Buchenholz, damit keine falschen Signale gesetzt werden.
 
Ostschweiz

RundholzpreiseHIS09-12Frisches Nadelrundholz ist gefragt. Die Marktpartner belassen die Richtpreisempfehlungen für Nadel- und Laubholz auf dem Niveau des Vorjahres und unterstreichen damit die herrschende Marktstabilität.

An ihrem gemeinsamen Treffen vom 12. September 2012 in Winterthur ging es den Holzmarktpartnern der Ostschweiz um die Marktbeurteilung für das 4. Quartal 2012. Die Rahmenbedingungen der Industrie haben sich seit Jahresbeginn nicht verbessert. Der starke Schweizer Franken drückt weiterhin auf die Konkurrenzfähigkeit der heimischen Betriebe und lässt keinen höheren Rundholzpreis zu. Diese Situation dürfte auch in der nächsten Zeit keine Änderung mit sich bringen. Die heimischen Betriebe stehen für regionale Wertschöpfung und Verwendung von Schweizer Holz. Sie benötigen laufend frisches Rundholz und sollten zu diesen Marktpreisen auch beliefert werden.
Weit dramatischer ist die Situation beim Laubholzmarkt. Es gibt bedingte Absatzkanäle für die normalen und guten Qualitäten bei Bundlaubholz wie Esche, Ahorn, Ulme etc. Hingegen ist bei der Buche der Absatz schwierig. Als Alternative bietet die Holzmarkt Ostschweiz AG einen Absatzkanal für Buche und Ahorn und alle weiteren Buntlaubhölzer an. Sämtliche Sortimente werden an die Zellstoffindustrie geliefert. Hierfür muss das Holz aber zwingend FSC zertifiziert sein. Die Preise liegen bei circa 40-45 Franken pro Festmeter ab Waldstrasse.  
 
Für die schönen Laubholzstämme stehen im Februar 2013 wieder die traditionellen Wertholzsubmissionen zur Verfügung. Hier finden alle Laubhölzer von guter Qualität ihren Absatz. Ausgenommen ist hier die Baumart Buche.
 
Aussichten
Die Nachfrage nach frischem Nadelrundholz ist stabil. Verschiedene Ostschweizer Betriebe benötigen laufend Frischholz. Verarbeiter, die marktgerechte Holzpreise zu branchenüblichen Bedingungen bieten, sollen jetzt beliefert werden. Die Waldwirtschaft sollte die Zeit nutzen und bei Nachfrage Holz bereitstellen. Die Holzvermarktungsstelle hat für sämtliche Sortimente viele gute und langjährige Holzabnehmer im In- und Ausland. Interessierte Lieferanten können sich bei der Holzvermarktungsstelle melden. Tel. 071 375 60 90 oder E-Mail:
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Industrieholz
Der Bedarf an sämtlichen Industrieholzsortimenten ist rege. Alle Werke benötigen frisches Schleifholz. Vor allem die Papierindustrie ist in den nächsten Monaten dringend auf Frischholz angewiesen. Frisch aufgerüstetes Schleifholz kann laufend abgeführt werden. Da die verschiedenen Werke unterschiedliche Längen benötigen, vor dem Aufrüsten Kontakt mit der Holzmarkt Ostschweiz AG aufnehmen.
 
 
Wertholzsubmissionen SG / Bodenseeholzgant TG
Die Wertholzverkäufe werden im Kanton St.Gallen koordiniert und unter dem Dach der Holzmarkt Ostschweiz AG ausgeschrieben. Der gemeinsame Ausschreibungstermin und die Vergabe ermöglichen es den Käufern, innert kurzer Zeit grössere Mengen zu erwerben, was sich schlussendlich positiv auf den Holzpreis auswirkt. Für die St.Galler, Liechtensteiner und Appenzeller Waldbesitzer stehen drei Plätze in Buchs, Henau und Kaltbrunn zur Verfügung.
 
 
Die Stämme müssen bis Ende Januar bereitgestellt werden. Ihr Revierförster gibt Ihnen gerne Auskunft darüber und organisiert den Transport auf einen der Plätze. 

Kontakt

Tel:      071 375 60 90
Fax:     071 375 60 99
e-Mail: info@holzmarkt-ostschweiz.ch

 

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